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Himmel & Sterne

Stern finden per Katalognummer: HR, HIP, HD und TYC erklärt

Kurz erklärt

Eine Katalognummer bezeichnet einen Stern eindeutig in einem Sternkatalog. HR steht für den Yale Bright Star Catalogue, HIP für Hipparcos, HD für Henry Draper und TYC für Tycho-2; ein Stern trägt oft mehrere davon. In Apphemeride findest du jeden Stern über seine HR-, HIP-, HD- oder TYC-Nummer direkt in der Suche.

Warum Sterne Nummern tragen

Nur einige Hundert Sterne haben gebräuchliche Eigennamen wie Wega oder Beteigeuze. Dazu kommen Bayer-Bezeichnungen mit griechischen Buchstaben (Alpha Lyrae) und Flamsteed-Nummern (61 Cygni). Für die Millionen schwächeren Sterne reicht das nicht. Kataloge vergeben deshalb fortlaufende Nummern, oft geordnet nach Rektaszension, also von West nach Ost über den Himmel.

Jeder Katalog entstand mit einem anderen Ziel, und deshalb deckt jeder eine andere Auswahl ab. Wer einen Stern über eine Nummer sucht, sollte wissen, aus welcher Quelle sie stammt.

Die vier wichtigsten Kataloge

HR – Yale Bright Star Catalogue Die HR-Nummern gehen auf den „Harvard Revised Photometry“-Katalog zurück, der Name ist geblieben. Die fünfte Ausgabe (BSC5) umfasst 9.110 Einträge und enthält im Wesentlichen alle Sterne bis etwa zur 6,5. Größenklasse, also praktisch alles, was du mit bloßem Auge unter dunklem Himmel sehen kannst. Beispiel: Wega ist HR 7001.

HIP – Hipparcos-Katalog Der ESA-Satellit Hipparcos vermaß von 1989 bis 1993 die Positionen, Parallaxen und Eigenbewegungen von rund 118.000 Sternen mit bis dahin unerreichter Genauigkeit. Der daraus entstandene Katalog ist die Grundlage vieler Entfernungsangaben. Wega trägt die Nummer HIP 91262.

HD – Henry-Draper-Katalog Der Henry-Draper-Katalog entstand Anfang des 20. Jahrhunderts am Harvard-College-Observatorium. Annie Jump Cannon und ihre Kolleginnen klassifizierten darin rund 225.000 Sterne nach ihrem Spektrum – das Schema O, B, A, F, G, K, M stammt aus dieser Arbeit. HD-Nummern sind bis heute sehr verbreitet, vor allem bei Sternen mit Exoplaneten. Wega ist HD 172167.

TYC – Tycho-2 Tycho-2 beruht ebenfalls auf Messungen des Hipparcos-Satelliten, allerdings mit dessen zweitem Instrument, dem Tycho-Sternmapper. Der Katalog aus dem Jahr 2000 umfasst rund 2,5 Millionen Sterne und ist bis etwa zur 11. Größenklasse nahezu vollständig – weit jenseits dessen, was das bloße Auge erreicht. Mit Fernglas und kleinem Teleskop bewegst du dich mitten in diesem Bereich.

So sind die Nummern aufgebaut

HR, HIP und HD sind einfache laufende Nummern. Bei Tycho-2 besteht eine Nummer aus drei Teilen, etwa nach dem Muster TYC 1234-567-1:

  1. Regionsnummer: Der Himmel ist in Felder aufgeteilt; die erste Zahl gibt das Feld an.
  2. Laufende Nummer innerhalb dieses Feldes.
  3. Komponente: meist 1; bei Sternen, die eng beieinanderstehen, unterscheidet die letzte Ziffer die Teile.

Wichtig: Derselbe Stern kann viele Namen haben. Beteigeuze etwa ist zugleich Alpha Orionis, HR 2061, HD 39801 und HIP 27989. Wenn du eine Nummer in einem Artikel, einer Beobachtungsliste oder einer Exoplaneten-Datenbank findest, kannst du über jede dieser Bezeichnungen zum selben Stern kommen.

Welche Nummer solltest du verwenden?

Für Sterne, die du mit bloßem Auge siehst, ist die HR-Nummer handlich, weil der Katalog genau diesen Bereich abdeckt. Liest du über Entfernungen, Eigenbewegungen oder Doppelsterne, begegnet dir meist die HIP-Nummer. In Fachartikeln und Exoplaneten-Listen ist HD verbreitet, etwa bei HD 209458, einem der ersten Sterne, bei dem ein Planetentransit beobachtet wurde. Für schwächere Sterne bis in den Fernglas- und Teleskopbereich ist Tycho-2 die richtige Wahl, weil viele dieser Sterne gar keine HR-, HIP- oder HD-Nummer haben. Ein Stern ohne Eigennamen ist damit trotzdem eindeutig benannt.

Vom Katalogeintrag zum Stern am Himmel

Ein Katalog liefert Position und Helligkeit. Damit weißt du, ob du den Stern überhaupt sehen kannst: Liegt seine Helligkeit über der Grenzgröße deines Himmels, brauchst du Fernglas oder Teleskop. Die Position ist meist für die Epoche J2000 angegeben. Seit dieser Epoche haben sich die Himmelskoordinaten durch Präzession verschoben, und der Stern selbst ist um seine Eigenbewegung weitergewandert. Erst wenn beides berücksichtigt und die Position auf deinen Horizont bezogen ist, weißt du, in welcher Richtung und Höhe der Stern gerade steht – diese Arbeit nimmt dir eine App ab.

So beantwortet es Apphemeride

So beantwortet es Apphemeride

In der Suche findest du Sterne nach Name sowie nach HR-, TYC-, HIP- und HD-Nummer; ein Treffer öffnet die Objektseite des Sterns mit seinem Horizontverlauf, den Zeiten von Aufgang, Kulmination und Untergang sowie Rektaszension, Deklination und Stundenwinkel für das aktuelle Datum (Karte Äquatoriale Koordinaten). Die 9.110 hellen Sterne des Yale Bright Star Catalogue haben ein Sternprofil mit Helligkeit, Farbindizes, Parallaxe, Eigenbewegung, Radial- und Rotationsgeschwindigkeit, galaktischen Koordinaten und Spektralklasse. Zusätzlich sind rund 2,5 Millionen Sterne des Tycho-2-Katalogs nach TYC-, HIP- und HD-Nummer durchsuchbar. Sterne gehören zur Vollversion, ebenso die Tycho-2-Sternseiten; nach einer 3-tägigen Testphase schaltest du sie per Einmalkauf frei. Sonne und Mond bleiben dauerhaft kostenlos. Mehr zum Sternkatalog mit 2,5 Millionen Sternen.

Suche in Apphemeride mit Treffern für eine HIP-Nummer aus dem Tycho-2-Sternkatalog
Die Suche findet Sterne nach Name, HR-, HIP-, HD- oder TYC-Nummer.

Häufige Fragen

Was bedeutet HIP bei einem Stern?

HIP steht für den Hipparcos-Katalog. Der ESA-Satellit Hipparcos hat zwischen 1989 und 1993 rund 118.000 Sterne vermessen, vor allem ihre Positionen, Entfernungen über die Parallaxe und Eigenbewegungen. Die HIP-Nummer ist eine laufende Nummer in diesem Katalog. Viele helle Sterne tragen sie zusätzlich zu HR- und HD-Nummern.

Was ist der Unterschied zwischen HD und HIP?

Der Henry-Draper-Katalog (HD) entstand Anfang des 20. Jahrhunderts und ordnet rund 225.000 Sterne nach ihrem Spektrum ein. Der Hipparcos-Katalog (HIP) beruht auf Satellitenmessungen und liefert vor allem genaue Positionen und Entfernungen. Ein heller Stern hat meist beide Nummern – sie bezeichnen denselben Stern aus zwei Katalogen.

Was ist Tycho-2?

Tycho-2 ist ein Sternkatalog aus dem Jahr 2000 mit rund 2,5 Millionen Sternen, gemessen mit dem Tycho-Instrument des Hipparcos-Satelliten. Er ist bis etwa zur 11. Größenklasse nahezu vollständig und reicht damit weit über das bloße Auge hinaus. Seine Nummern haben drei Teile, zum Beispiel im Muster TYC 1234-567-1.

Kann ich einen Stern nach mir benennen lassen?

Offizielle Sternnamen vergibt nur die Internationale Astronomische Union, und sie verkauft keine. Gekaufte „Sterntaufen“ werden in keinem wissenschaftlichen Katalog geführt. Ein Stern bleibt unter seiner Katalognummer bekannt, etwa als HIP- oder TYC-Nummer, und unter dieser findest du ihn in jeder Sternsuche wieder.

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