Apphemeride

Himmel & Sterne

Sternbilder finden: So orientierst du dich am Nachthimmel

Kurz erklärt

Ein Sternbild ist ein von der IAU festgelegtes Himmelsareal; 88 davon decken den ganzen Himmel ab. Am leichtesten findest du sie über helle Leitfiguren wie den Großen Wagen, von dem gedachte Linien zu Polarstern und Arktur führen. Welche Sternbilder gerade wo stehen, zeigt dir die Himmelskarte in Apphemeride mit eingeblendeten Sternbildlinien.

Was ein Sternbild eigentlich ist

Die Internationale Astronomische Union (IAU) hat 1922 eine verbindliche Liste von **88 Sternbildern** festgelegt und 1928 deren Grenzen beschlossen. Seitdem ist ein Sternbild nicht mehr nur eine Figur aus Linien, sondern ein klar abgegrenztes Himmelsareal – vergleichbar mit einem Land auf einer Landkarte. Jeder Punkt am Himmel gehört zu genau einem Sternbild.

Davon zu unterscheiden sind Asterismen: auffällige Sternmuster, die kein offizielles Sternbild sind. Der Große Wagen ist das bekannteste Beispiel – er bildet nur den hinteren Teil des Sternbilds Großer Bär. Auch das Sommerdreieck (Wega, Deneb, Atair) und das Wintersechseck sind Asterismen, die sich über mehrere Sternbilder erstrecken.

Jedes Sternbild hat einen lateinischen Namen und ein dreibuchstabiges Kürzel, etwa UMa für den Großen Bären, Ori für Orion oder Lyr für die Leier. Innerhalb eines Sternbilds tragen die helleren Sterne griechische Buchstaben, meist grob nach Helligkeit geordnet: Wega ist Alpha Lyrae, der hellste Stern der Leier, Beteigeuze ist Alpha Orionis. Diese Bezeichnungen helfen dir, Sterne in Karten und Büchern eindeutig wiederzufinden.

Die Linien, die Sternbilder auf Karten verbinden, sind übrigens nicht genormt. Verschiedene Atlanten zeichnen dieselbe Figur unterschiedlich. Verbindlich sind nur Name, Kürzel und Grenze.

Der Große Wagen als Startpunkt

Für Beobachter in Mitteleuropa ist der Große Wagen der ideale Einstieg. Er ist zirkumpolar, geht also nie unter, und seine sieben Sterne sind auch am Stadtrand gut zu erkennen. Von hier aus führen drei klassische Wege:

  • **Zum Polarstern**: Verlängere die Verbindung der beiden hinteren Kastensterne (Merak und Dubhe) etwa fünfmal über Dubhe hinaus. Du triffst auf den Polarstern, das Ende der Deichsel des Kleinen Wagens. Er zeigt dir zuverlässig die Nordrichtung.
  • Zu Arktur und Spica: Folge dem Bogen der Wagendeichsel weiter. Der Bogen führt zum orangefarbenen Arktur im Bärenhüter und – weiter verlängert – zu Spica in der Jungfrau. Die Merkhilfe lautet: „Folge dem Bogen zu Arktur, dann gleite weiter zu Spica.“
  • Zum Löwen: Verlängerst du dieselbe Linie in die Gegenrichtung, also über Merak hinaus, gelangst du grob zum Löwen mit Regulus.

Vom Polarstern aus findest du auf der anderen Seite, ungefähr gleich weit wie der Große Wagen entfernt, das Himmels-W der Kassiopeia.

Winkel am Himmel mit der Hand messen

Sternkarten nennen Abstände in Grad. Mit ausgestrecktem Arm hast du ein einfaches Messwerkzeug dabei:

Handmaß (ausgestreckter Arm)Winkel am Himmel
kleiner Fingeretwa 1°
drei Finger nebeneinanderetwa 5°
geballte Faustetwa 10°
gespreizte Hand (Daumen bis kleiner Finger)etwa 20°

Zur Kontrolle: Der Vollmond ist nur etwa 0,5° groß, die beiden hinteren Kastensterne des Großen Wagens liegen gut 5° auseinander. Vom Horizont bis zum Zenit passen rund neun Fäuste übereinander.

Sternbilder zur richtigen Zeit suchen

Nicht jedes Sternbild ist zu jeder Jahreszeit sichtbar. Die Sternbilder des Tierkreises liegen auf der Ekliptik und verschwinden für einige Wochen im Licht der Sonne, wenn diese durch sie hindurchzieht. Nach den heute gültigen IAU-Grenzen durchläuft die Sonne übrigens nicht zwölf, sondern dreizehn Sternbilder: Zwischen Skorpion und Schütze liegt ein Stück des Schlangenträgers.

Ein paar praktische Regeln helfen dir beim Bestimmen:

  1. Himmelsrichtung klären: Erst Süden finden, denn dort kulminieren die Sternbilder und stehen am höchsten.
  2. Mit hellen Sternen beginnen: Die markanten Sterne der Saison (etwa Beteigeuze und Rigel im Winter, Wega im Sommer) sind deine Anker.
  3. Maßstab beachten: Viele Einsteiger erwarten Sternbilder kleiner, als sie sind. Orion ist rund 20° hoch, der Große Bär als ganzes Sternbild deutlich größer als der Wagen.
  4. Lichtverschmutzung einrechnen: In der Stadt bleiben oft nur die hellsten Sterne eines Sternbilds sichtbar. Die Figur wirkt dann lückenhaft, ist aber dennoch erkennbar.

So beantwortet es Apphemeride

So beantwortet es Apphemeride

Die Himmelskarte zeigt für deinen Standort und den aktuellen Moment, wo jedes der 88 Sternbilder gerade steht – auch die, die noch unter dem Horizont liegen oder erst später in der Nacht aufgehen. Mit den Sternbildlinien siehst du die Figuren, der Kompass hilft dir bei der Himmelsrichtung, und das horizontale Koordinatengitter liefert Azimut und Höhe als Maßstab, sodass du die Handmaße direkt mit der Karte abgleichen kannst. Über die Suche springst du direkt zu einem Stern, etwa zu Arktur oder Wega, und öffnest sein Sternprofil mit Helligkeit und Spektralklasse. Die Himmelskarte anzusehen ist kostenlos. Sternbildlinien, Koordinatengitter und weitere Ebenen sowie das Drehen der Karte gehören zur Vollversion, die du nach einer 3-tägigen Testphase freischaltest. Mehr zur Himmelskarte mit Sternbildern.

Himmelskarte in Apphemeride mit eingeblendeten Sternbildlinien und Kompass über dem Horizont
Mit den Sternbildlinien findest du Großen Wagen, Polarstern und Kassiopeia auf einen Blick.

Häufige Fragen

Wie viele Sternbilder gibt es?

Offiziell gibt es 88 Sternbilder. Die Internationale Astronomische Union hat diese Liste 1922 festgelegt und 1928 die Grenzen beschlossen, sodass jeder Punkt am Himmel genau einem Sternbild angehört. Von Deutschland aus siehst du im Lauf eines Jahres einen großen Teil davon, die Sternbilder am Südpol des Himmels aber nie.

Wie finde ich den Polarstern?

Suche den Großen Wagen und nimm die beiden hinteren Sterne des Kastens, Merak und Dubhe. Verlängere ihre Verbindungslinie über Dubhe hinaus etwa um das Fünffache ihres Abstands. Dort steht der Polarstern, ein mäßig heller Stern, der fast genau im Norden über dem Himmelspol steht und seine Position die ganze Nacht praktisch nicht verändert.

Ist der Große Wagen ein Sternbild?

Nein. Der Große Wagen ist ein Asterismus, also ein auffälliges Sternmuster. Er gehört zum offiziellen Sternbild Großer Bär und bildet dort Rücken und Schwanz des Bären. Ähnlich ist es beim Sommerdreieck, dessen drei Sterne aus den Sternbildern Leier, Schwan und Adler stammen.

Welche Sternbilder sieht man das ganze Jahr?

In Deutschland sind die zirkumpolaren Sternbilder ganzjährig sichtbar: Großer Bär mit dem Großen Wagen, Kleiner Bär mit dem Polarstern, Kassiopeia, Kepheus und Drache. Sie kreisen um den Himmelsnordpol und gehen bei mitteleuropäischen Breiten nie unter. Ihre Lage wechselt aber: Der Große Wagen steht im Frühling hoch, im Herbst tief im Norden.

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Kostenlos laden – Sonne und Mond sind dauerhaft frei. Alles Weitere schaltest du mit der Vollversion frei, nach einer 3-tägigen Testphase.

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