Apphemeride

Glossar

Astronomie-Glossar: Begriffe von A bis Z

Ephemeriden, Koordinaten und Finsternisse haben ihre eigene Sprache, und viele Begriffe begegnen dir in Apphemeride auf Schritt und Tritt. Hier findest du die wichtigsten kurz und präzise erklärt, jeweils mit einem Verweis auf den Ratgeber, der das Thema ausführlich behandelt.

A

Aberration
Scheinbare Verschiebung eines Gestirns, weil sich die Erde mit rund 30 Kilometern pro Sekunde um die Sonne bewegt und das Licht eine endliche Geschwindigkeit hat. Die jährliche Aberration erreicht bis zu etwa 20,5 Bogensekunden und muss für genaue scheinbare Positionen berücksichtigt werden.
Absolute Helligkeit
Die Helligkeit, die ein Stern hätte, wenn er sich in 10 Parsec Entfernung befände, angegeben in mag. Sie macht die tatsächliche Leuchtkraft von Sternen vergleichbar: Die Sonne hätte dort etwa 4,8 mag. Für Kleinkörper im Sonnensystem gilt eine eigene Definition, bezogen auf 1 Astronomische Einheit.Ratgeber: Sternhelligkeit & Grenzgröße verstehen
Albedo
Das Rückstrahlvermögen eines Körpers, also der Anteil des einfallenden Lichts, den er zurückwirft. Der Mond hat mit einer geometrischen Albedo von rund 0,12 eine dunkle Oberfläche, die Wolkendecke der Venus wirft dagegen den größten Teil des Lichts zurück. Mit Größe und Entfernung bestimmt die Albedo die Helligkeit.Ratgeber: Sternhelligkeit & Grenzgröße verstehen
Analemma
Die Achterschleife, die die Sonne beschreibt, wenn du ihre Position ein Jahr lang täglich zur selben mittleren Uhrzeit festhältst. Ihre Höhe folgt der Deklination der Sonne, ihre seitliche Abweichung der Zeitgleichung.Ratgeber: Analemma: die Acht der Sonne am Himmel
Aphel
Der sonnenfernste Punkt einer Bahn um die Sonne. Die Erde erreicht ihr Aphel Anfang Juli in rund 152 Millionen Kilometern Abstand – mitten im Sommer der Nordhalbkugel. Die Jahreszeiten entstehen durch die Neigung der Erdachse, nicht durch den Abstand zur Sonne.
Apogäum
Der erdfernste Punkt der Mondbahn oder einer anderen Bahn um die Erde. Im Apogäum ist der Mond rund 405.000 Kilometer entfernt; ein Vollmond nahe dem Apogäum wird oft Minimond genannt, weil er etwas kleiner erscheint.Ratgeber: Supermond & Minimond: Wann ist der Mond am größten?
Äquatorialsystem
Himmelskoordinaten, die am Himmelsäquator ausgerichtet sind: Rektaszension entlang des Äquators, Deklination senkrecht dazu. Das System dreht sich mit dem Sternhimmel mit, deshalb bleiben die Koordinaten eines Sterns über lange Zeit nahezu gleich.Ratgeber: Himmelskoordinaten: horizontal, äquatorial, ekliptikal
Äquilux
Der Tag, an dem Tag und Nacht zwischen Sonnenauf- und -untergang tatsächlich gleich lang sind. Weil Refraktion und Sonnenradius den Tag verlängern, liegt er auf der Nordhalbkugel einige Tage vor der Frühlings- und nach der Herbst-Tagundnachtgleiche; das genaue Datum hängt von der geografischen Breite ab.Ratgeber: Sonnenwende & Tagundnachtgleiche – Termine erklärt
Äquinoktium
Der astronomische Fachbegriff für die Tagundnachtgleiche: der Zeitpunkt, an dem die scheinbare ekliptikale Länge der Sonne 0 Grad (März) oder 180 Grad (September) beträgt. Das Wort bezeichnet auch die Lage des Frühlingspunkts, auf die sich Koordinatenangaben beziehen, etwa „Äquinoktium J2000“.Ratgeber: Sonnenwende & Tagundnachtgleiche – Termine erklärt
Asterismus
Eine auffällige Sterngruppe, die kein eigenes offizielles Sternbild ist. Bekannte Beispiele sind der Große Wagen als Teil des Großen Bären, das Sommerdreieck aus Wega, Deneb und Atair oder das Wintersechseck. Asterismen sind oft leichter zu finden als die Sternbilder selbst.Ratgeber: Sternbilder finden: so orientierst du dich
Astronomische Dämmerung
Die Phase, in der die Sonne zwischen 12 und 18 Grad unter dem Horizont steht. Erst wenn sie tiefer als 18 Grad sinkt, ist der Himmel astronomisch dunkel und lichtschwache Objekte werden nicht mehr vom Restlicht der Sonne aufgehellt.Ratgeber: Dämmerung: bürgerlich, nautisch, astronomisch
Astronomische Einheit
Die Längeneinheit für Entfernungen im Sonnensystem, seit 2012 festgelegt auf genau 149.597.870.700 Meter. Sie entspricht ungefähr dem mittleren Abstand zwischen Erde und Sonne und wird mit AE abgekürzt, international mit au.
Azimut
Die Himmelsrichtung eines Gestirns, gemessen entlang des Horizonts. In der üblichen Zählung beginnt der Azimut bei 0 Grad im Norden und läuft über Osten (90 Grad), Süden (180 Grad) und Westen (270 Grad).Ratgeber: Sonnenstand: Azimut und Höhe der Sonne

B

Beobachterhöhe
Die Höhe deines Standorts über dem Meeresspiegel oder der Umgebung. Sie verschiebt Auf- und Untergangszeiten über die Kimmtiefe, weil du von erhöhter Position über den mathematischen Horizont hinausblickst, und verändert über den Luftdruck geringfügig die Refraktion. Beim Mond wirkt sie sich zudem leicht auf die topozentrische Position aus.Ratgeber: Refraktion & Kimmtiefe: Warum die Sonne früher aufgeht
Besselsche Elemente
Ein Satz von Größen, mit dem sich die Geometrie einer Finsternis beschreiben lässt: Lage und Größe des Mondschattens auf einer Ebene durch den Erdmittelpunkt, ausgedrückt als Polynome der Zeit. Aus ihnen berechnet man Finsternispfad und lokale Kontaktzeiten für jeden Ort.Ratgeber: Sonnenfinsternis berechnen: Pfad, Zeiten, Bedeckung
Blaue Stunde
Die Zeit in der Dämmerung, in der der Himmel ein tiefes, gleichmäßiges Blau zeigt, meist bei einer Sonnentiefe von etwa 4 bis 6 Grad unter dem Horizont. Fotografen schätzen sie, weil Himmel und künstliches Licht dann ähnlich hell sind.Ratgeber: Goldene Stunde & Blaue Stunde berechnen
Bürgerliche Dämmerung
Die Phase zwischen Sonnenuntergang und einer Sonnentiefe von 6 Grad, morgens in umgekehrter Reihenfolge. Das Tageslicht reicht dann meist noch für Tätigkeiten im Freien, und die hellsten Planeten und Sterne werden sichtbar.Ratgeber: Dämmerung: bürgerlich, nautisch, astronomisch

D

Dämmerung
Die Übergangszeit vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang, in der die Atmosphäre noch Sonnenlicht streut. Nach der Sonnentiefe unterscheidet man bürgerliche (bis 6 Grad), nautische (bis 12 Grad) und astronomische Dämmerung (bis 18 Grad unter dem Horizont).Ratgeber: Dämmerung: bürgerlich, nautisch, astronomisch
Danjon-Skala
Eine fünfstufige Skala für Helligkeit und Farbe des Mondes bei totaler Mondfinsternis. Sie reicht von L0, einem sehr dunklen, kaum sichtbaren Mond, bis L4, einem hellen kupferroten oder orangefarbenen Mond mit bläulichem Rand. Die Werte hängen vor allem von Staub und Wolken in der Erdatmosphäre ab.Ratgeber: Mondfinsternis berechnen: Phasen & Sichtbarkeit
Deklination
Der Winkelabstand eines Gestirns vom Himmelsäquator, nördlich positiv und südlich negativ, von +90 bis −90 Grad. Sie entspricht der geografischen Breite auf der Erde und bestimmt, wie hoch ein Objekt an deinem Ort kulminieren kann.Ratgeber: Rektaszension & Deklination verständlich erklärt
Delta T
ΔT ist die Differenz zwischen der gleichmäßig laufenden Terrestrischen Zeit und der an die Erdrotation gebundenen Weltzeit UT. Weil sich die Erde unregelmäßig und langfristig langsamer dreht, ändert sich ΔT ständig; derzeit beträgt es knapp 70 Sekunden.Ratgeber: Julianisches Datum & ΔT einfach erklärt

E

Eigenbewegung
Die langsame Ortsveränderung eines Sterns am Himmel durch seine tatsächliche Bewegung im Raum, angegeben in Bogensekunden oder Millibogensekunden pro Jahr. Die meisten Sterne bewegen sich nur um Bruchteile einer Bogensekunde jährlich; Rekordhalter ist Barnards Pfeilstern mit gut 10 Bogensekunden pro Jahr.Ratgeber: Stern finden per HIP-, HD- oder TYC-Nummer
Ekliptik
Die scheinbare Jahresbahn der Sonne vor dem Sternhintergrund, also die Projektion der Erdbahnebene an den Himmel. Sie ist gegen den Himmelsäquator um rund 23,4 Grad geneigt; Mond und Planeten bewegen sich stets in ihrer Nähe.Ratgeber: Himmelskoordinaten: horizontal, äquatorial, ekliptikal
Elongation
Der Winkelabstand eines Himmelskörpers von der Sonne, von der Erde aus gesehen. Für Merkur und Venus ist er begrenzt: Ihre größte Elongation beträgt etwa 18 bis 28 Grad beziehungsweise rund 45 bis 47 Grad.Ratgeber: Größte Elongation von Merkur und Venus
Ephemeride
Eine Tabelle oder Berechnung, die Positionen und weitere Daten eines Himmelskörpers für eine Folge von Zeitpunkten angibt. Der Begriff geht auf das griechische Wort für „täglich“ zurück und steckt auch im Namen Apphemeride.
Epoche
Der Bezugszeitpunkt, für den Koordinaten oder Bahnelemente gelten. Weil sich Himmelsäquator und Frühlingspunkt durch Präzession und Nutation verschieben, gehört zu jeder Positionsangabe eine Epoche, heute meist J2000; Sternkataloge nennen zusätzlich die Epoche, auf die sich die Positionen wegen der Eigenbewegung beziehen.Ratgeber: J2000 oder JNow? Präzession & Nutation erklärt
Erdschein
Das schwache, aschgraue Leuchten der Nachtseite des Mondes, verursacht durch Sonnenlicht, das die Erde zum Mond zurückwirft. Am besten sichtbar ist er bei schmaler Mondsichel wenige Tage vor oder nach Neumond in der Dämmerung.Ratgeber: Erdschein: das aschgraue Mondlicht
Extinktion
Die Abschwächung des Lichts eines Gestirns auf dem Weg durch die Erdatmosphäre durch Streuung und Absorption. Sie wächst mit der durchlaufenen Luftmasse: Im Zenit beträgt sie unter klarem Himmel etwa 0,2 bis 0,3 mag, nahe dem Horizont mehrere Größenklassen, und sie rötet tief stehende Objekte.Ratgeber: Wann ist es dunkel genug zum Beobachten?

F

Farbindex
Die Differenz der Helligkeiten eines Sterns in zwei Farbbändern, meist B−V aus blauem und visuellem Filter. Kleine oder negative Werte kennzeichnen heiße, bläuliche Sterne, große Werte kühle, rötliche; die Sonne liegt bei etwa 0,65. Der Farbindex ist damit ein einfaches Maß für die Oberflächentemperatur.Ratgeber: Sternhelligkeit & Grenzgröße verstehen
Frühlingspunkt
Der Schnittpunkt von Himmelsäquator und Ekliptik, an dem die Sonne zur Märztagundnachtgleiche auf die Nordseite des Äquators wechselt. Er ist Nullpunkt der Rektaszension und der ekliptikalen Länge und wandert durch die Präzession langsam westwärts.Ratgeber: Rektaszension & Deklination verständlich erklärt

G

Galileische Monde
Die vier großen Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto, die Galileo Galilei 1610 entdeckte. Mit Helligkeiten zwischen etwa 4,6 und 5,7 mag sind sie schon im Fernglas zu sehen und ändern ihre Stellung von Nacht zu Nacht.Ratgeber: Jupitermonde beobachten: Io, Europa, Ganymed, Kallisto
Gamma (Finsternis)
Der kleinste Abstand der Schattenachse vom Erdmittelpunkt während einer Sonnenfinsternis, gemessen in Äquatorradien der Erde. Bei Werten nahe null trifft der Schatten die Erde mittig, ab etwa ±0,997 verfehlt die Achse die Erde und die Finsternis ist nicht mehr zentral. Bei Mondfinsternissen beschreibt Gamma analog den Abstand des Mondes von der Achse des Erdschattens.Ratgeber: Sonnenfinsternis berechnen: Pfad, Zeiten, Bedeckung
Gebundene Rotation
Der Zustand, in dem sich ein Körper in derselben Zeit einmal um sich selbst dreht, in der er seinen Zentralkörper umläuft. Gezeitenkräfte haben den Mond so abgebremst, dass er der Erde stets dieselbe Seite zuwendet; durch die Libration siehst du dennoch rund 59 Prozent seiner Oberfläche.Ratgeber: Libration: Warum der Mond leicht „wackelt“
Gegenschatten (Antumbra)
Der Bereich jenseits der Spitze des Kernschattens, in dem ein Körper die Lichtquelle zwar mittig bedeckt, aber nicht vollständig. Reicht der Kernschatten des Mondes nicht bis zur Erde, trifft sie stattdessen der Gegenschatten: Dort ist die Sonnenfinsternis ringförmig, weil ein heller Ring der Sonnenscheibe um den Mond sichtbar bleibt.Ratgeber: Ringförmige oder totale Finsternis?
Gezeiten
Periodische Verformungen der Erde und ihrer Meere, weil die Anziehung von Mond und Sonne über den Erddurchmesser unterschiedlich stark ist. Es entstehen zwei Flutberge, daher meist zweimal täglich Hochwasser; bei Neu- und Vollmond verstärken sich die Wirkungen zur Springtide, bei Halbmond schwächen sie sich zur Nipptide ab.Ratgeber: Mondphasen: Neumond bis Vollmond erklärt
Goldene Stunde
Die Zeit kurz nach Sonnenaufgang und kurz vor Sonnenuntergang, in der die Sonne tief steht und warmes, weiches Licht mit langen Schatten liefert. Sie wird meist über die Sonnenhöhe definiert, etwa zwischen 6 Grad über und 4 Grad unter dem Horizont.Ratgeber: Goldene Stunde & Blaue Stunde berechnen
Grenzgröße
Die Helligkeit des lichtschwächsten Sterns, der unter gegebenen Bedingungen gerade noch sichtbar ist. Mit bloßem Auge liegt sie unter dunklem Himmel bei etwa 6 bis 6,5 mag; Dämmerung, Mondlicht und Lichtverschmutzung senken sie deutlich.Ratgeber: Sternhelligkeit & Grenzgröße verstehen

H

Halbschatten
Der Bereich, in dem eine Lichtquelle nur teilweise verdeckt ist. Bei einer Mondfinsternis taucht der Mond zunächst in den Halbschatten der Erde ein, der ihn nur leicht abdunkelt; Orte im Halbschatten des Mondes erleben eine partielle Sonnenfinsternis.Ratgeber: Mondfinsternis berechnen: Phasen & Sichtbarkeit
Heliografische Koordinaten
Ein Koordinatensystem auf der Sonnenoberfläche mit heliografischer Breite und Länge, vergleichbar mit Breite und Länge auf der Erde. Die Länge wird meist im Carrington-System gezählt, das mit einer mittleren Rotationsdauer von rund 25,38 Tagen mitdreht; so lassen sich Sonnenflecken über mehrere Tage verfolgen.Ratgeber: Sonnenflecken heute beobachten
Himmelsäquator
Die Projektion des Erdäquators an die Himmelskugel, ein Großkreis 90 Grad von beiden Himmelspolen entfernt. Von ihm aus wird die Deklination gemessen. An deinem Ort schneidet er den Horizont genau im Osten und Westen und kulminiert in einer Höhe von 90 Grad minus deiner geografischen Breite.Ratgeber: Rektaszension & Deklination verständlich erklärt
Höhe
Der Winkel eines Gestirns über dem mathematischen Horizont, von 0 Grad am Horizont bis 90 Grad im Zenit; negative Werte bedeuten, dass es unter dem Horizont steht. Zusammen mit dem Azimut bildet die Höhe das Horizontsystem.Ratgeber: Sonnenstand: Azimut und Höhe der Sonne
Horizont
Die Grenzlinie zwischen Himmel und Erde. Der mathematische Horizont ist die Ebene senkrecht zur Lotrichtung durch den Beobachter, 90 Grad vom Zenit entfernt; der sichtbare Horizont weicht durch Gelände, Beobachterhöhe und Kimmtiefe davon ab. Auf ihn beziehen sich Höhe, Auf- und Untergang.Ratgeber: Sonnenstand: Azimut und Höhe der Sonne
Horizontsystem
Koordinatensystem mit dem Horizont des Beobachters als Grundebene, beschrieben durch Azimut und Höhe. Es ist anschaulich, weil es direkt zeigt, wohin du schauen musst, ändert sich aber laufend mit der Erddrehung und hängt vom Standort ab.Ratgeber: Himmelskoordinaten: horizontal, äquatorial, ekliptikal
Hybridfinsternis
Eine seltene Sonnenfinsternis, die entlang ihres Pfades zwischen ringförmig und total wechselt. Weil die Erdoberfläche gekrümmt ist, liegt die Pfadmitte dem Mond näher als Anfang und Ende; dort reicht der Kernschatten bis zur Erde, an den Enden nur der Gegenschatten. Ein Beispiel war die Finsternis vom 20. April 2023.Ratgeber: Ringförmige oder totale Finsternis?

J

J2000
Die Standardepoche 1. Januar 2000, 12 Uhr Terrestrische Zeit, entsprechend dem Julianischen Datum 2451545,0. J2000-Koordinaten beziehen sich auf Äquator und Frühlingspunkt zu diesem Zeitpunkt; für die aktuelle Lage, oft „JNow“ genannt, werden Präzession und Nutation hinzugerechnet.Ratgeber: J2000 oder JNow? Präzession & Nutation erklärt
Julianisches Datum
Eine fortlaufende Tageszählung, die am 1. Januar 4713 v. Chr. (julianischer Kalender) um 12 Uhr beginnt. Sie kommt ohne Monate und Kalenderreformen aus, sodass sich Zeitabstände einfach als Differenz berechnen lassen; Tagesbruchteile stehen als Dezimalstellen.Ratgeber: Julianisches Datum & ΔT einfach erklärt

K

Katalognummer
Die Kennung eines Sterns oder Objekts in einem astronomischen Katalog. Der Polarstern etwa heißt HIP 11767 im Hipparcos- und HD 8890 im Henry-Draper-Katalog, im Tycho-2-Katalog tragen Sterne dreiteilige TYC-Nummern. Da ein Stern meist in vielen Katalogen steht, hat er mehrere Nummern für dasselbe Objekt.Ratgeber: Stern finden per HIP-, HD- oder TYC-Nummer
Kernschatten
Der Bereich hinter einem Körper, in den kein direktes Licht der Lichtquelle gelangt. Steht der Mond ganz im Kernschatten der Erde, ist die Mondfinsternis total; wo der Kernschatten des Mondes die Erde trifft, ist die Sonnenfinsternis total.Ratgeber: Mondfinsternis berechnen: Phasen & Sichtbarkeit
Kernschattengröße
Bei einer Mondfinsternis der Bruchteil des Monddurchmessers, der zum Zeitpunkt der größten Verfinsterung in den Kernschatten der Erde eintaucht. Werte zwischen 0 und 1 bedeuten eine partielle, Werte ab 1 eine totale Finsternis; bei einer reinen Halbschattenfinsternis ist die Kernschattengröße negativ.Ratgeber: Mondfinsternis berechnen: Phasen & Sichtbarkeit
Kimmtiefe
Der Winkel, um den der sichtbare Horizont bei erhöhtem Standort unter dem mathematischen Horizont liegt. Von einem Berg aus geht die Sonne deshalb früher auf und später unter; je höher der Standort, desto größer die Kimmtiefe.Ratgeber: Refraktion & Kimmtiefe: Warum die Sonne früher aufgeht
Kolongitude
Die selenografische Länge des Morgenterminators auf dem Mond, so gezählt, dass sie im Ersten Viertel etwa 0 Grad, bei Vollmond 90 Grad, im Letzten Viertel 180 Grad und bei Neumond 270 Grad beträgt. Mondbeobachter planen damit, wann ein Krater im Streiflicht liegt.
Konjunktion
Die Stellung, in der zwei Himmelskörper von der Erde aus gesehen dieselbe ekliptikale Länge oder Rektaszension haben. Bezogen auf die Sonne steht ein Planet in Konjunktion, wenn er in ihre Richtung fällt; Merkur und Venus kennen eine obere und eine untere Konjunktion.Ratgeber: Opposition, Konjunktion & Quadratur erklärt
Kontaktzeiten
Die Zeitpunkte, an denen sich die Ränder zweier Scheiben bei einer Finsternis oder einem Transit berühren. Bei Sonnenfinsternissen heißen sie C1 bis C4, bei Mondfinsternissen P1, U1 bis U4 und P4 für Halb- und Kernschatten.Ratgeber: Kontaktzeiten C1–C4 einer Finsternis erklärt
Kulmination
Der Durchgang eines Gestirns durch den Meridian. Bei der oberen Kulmination erreicht es seine größte Höhe über dem Horizont, bei der unteren seine geringste; die obere Kulmination der Sonne markiert den wahren Mittag.Ratgeber: Zeitgleichung & wahre Ortszeit erklärt

L

Libration
Die scheinbare Schwankung des Mondes, durch die wir von der Erde aus im Lauf der Zeit rund 59 Prozent seiner Oberfläche sehen statt nur die Hälfte. Ursachen sind die elliptische Mondbahn, die Neigung der Mondachse gegen die Bahnebene und der wechselnde Blickwinkel des Beobachters.Ratgeber: Libration: Warum der Mond leicht „wackelt“
Lichtjahr
Die Strecke, die Licht im Vakuum in einem julianischen Jahr zurücklegt: rund 9,46 Billionen Kilometer. Es ist ein Entfernungsmaß, kein Zeitmaß; der nächste Stern nach der Sonne, Proxima Centauri, ist etwa 4,2 Lichtjahre entfernt.
Lichtlaufzeit
Die Zeit, die das Licht von einem Himmelskörper bis zur Erde braucht: vom Mond gut eine Sekunde, von der Sonne gut acht Minuten. Wir sehen jedes Objekt deshalb so und dort, wie und wo es beim Aussenden des Lichts war.
Lunation
Ein vollständiger Zyklus der Mondphasen von Neumond zu Neumond. Er dauert im Mittel 29,53 Tage, den synodischen Monat, schwankt aber wegen der elliptischen Bahnen von Erde und Mond um mehrere Stunden.Ratgeber: Mondphasen: Neumond bis Vollmond erklärt

M

Magnitude
Das logarithmische Maß für die scheinbare Helligkeit, angegeben in Größenklassen (mag). Kleinere Werte bedeuten hellere Objekte; ein Unterschied von 5 mag entspricht genau dem Faktor 100, eine Größenklasse etwa dem Faktor 2,5.Ratgeber: Sternhelligkeit & Grenzgröße verstehen
Meridian
Der Großkreis am Himmel, der durch Nord- und Südpunkt des Horizonts sowie durch den Zenit verläuft. Überquert ein Gestirn den Meridian, kulminiert es; in mittleren nördlichen Breiten stehen Sonne, Mond und Planeten dann im Süden am höchsten.
Meteor
Die Leuchterscheinung, wenn ein kleines Staub- oder Gesteinsteilchen mit typischerweise 11 bis 72 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre eindringt und in rund 80 bis 120 Kilometern Höhe verglüht. Umgangssprachlich heißt sie Sternschnuppe, sehr helle Meteore nennt man Feuerkugeln oder Boliden.Ratgeber: Meteorströme: Perseiden, Geminiden & Co.
Meteorstrom
Eine Häufung von Sternschnuppen, die jedes Jahr zur selben Zeit auftritt, wenn die Erde die Staubspur eines Kometen oder Asteroiden kreuzt. Die Meteore scheinen aus einem gemeinsamen Punkt, dem Radianten, zu kommen; nach dessen Sternbild wird der Strom benannt.Ratgeber: Meteorströme: Perseiden, Geminiden & Co.
Mondalter
Die seit dem letzten Neumond vergangene Zeit in Tagen. Bei einem Mondalter von etwa 7,4 Tagen steht der Mond im Ersten Viertel, bei rund 14,8 Tagen ist Vollmond; die Werte schwanken, weil der Mond sich ungleichmäßig auf seiner Bahn bewegt.Ratgeber: Mondphasen: Neumond bis Vollmond erklärt
Mondbedeckung
Ein Ereignis, bei dem der Mond einen Stern oder Planeten verdeckt. Weil der Mond keine Atmosphäre hat, verschwinden Sterne schlagartig; Zeitpunkt und Sichtbarkeit hängen wegen der großen Mondparallaxe stark vom Beobachtungsort ab.Ratgeber: Mondbedeckung: Wenn der Mond einen Stern verdeckt
Mondknoten
Die beiden Punkte, an denen die um rund 5,1 Grad geneigte Mondbahn die Ekliptik schneidet, der aufsteigende und der absteigende Knoten. Finsternisse sind nur möglich, wenn Neu- oder Vollmond nahe einem Knoten stattfindet; die Knotenlinie wandert in etwa 18,6 Jahren einmal rückläufig um die Ekliptik.Ratgeber: Sonnenfinsternis berechnen: Pfad, Zeiten, Bedeckung
Mondphase
Die sichtbare Beleuchtungsform des Mondes, die sich aus der Stellung von Sonne, Mond und Erde zueinander ergibt. Die Hauptphasen sind Neumond, Erstes Viertel, Vollmond und Letztes Viertel; dazwischen liegen Sichel und Dreiviertelmond, jeweils zu- oder abnehmend. Ein vollständiger Zyklus dauert einen synodischen Monat.Ratgeber: Mondphasen: Neumond bis Vollmond erklärt

N

Nadir
Der Punkt direkt unter dem Beobachter, dem Zenit genau gegenüber. Er liegt 90 Grad unter dem Horizont und ist am Himmel daher nie zu sehen, dient aber als Bezugspunkt im Horizontsystem.
Nautische Dämmerung
Die Phase, in der die Sonne zwischen 6 und 12 Grad unter dem Horizont steht. Der Name stammt aus der Seefahrt: Der Horizont ist noch erkennbar, und zugleich sind helle Sterne für die Navigation sichtbar.Ratgeber: Dämmerung: bürgerlich, nautisch, astronomisch
Nutation
Eine kurzperiodische Schwankung der Erdachse, die der langsamen Präzession überlagert ist. Hauptursache ist der Mond; das wichtigste Glied hat eine Periode von 18,6 Jahren und eine Amplitude von rund 17 Bogensekunden in ekliptikaler Länge.Ratgeber: J2000 oder JNow? Präzession & Nutation erklärt

O

Opposition
Die Stellung, in der ein äußerer Planet von der Erde aus gesehen der Sonne genau gegenübersteht. Er geht dann bei Sonnenuntergang auf, kulminiert um Mitternacht wahrer Ortszeit und ist der Erde nahe – die beste Zeit für seine Beobachtung.Ratgeber: Opposition, Konjunktion & Quadratur erklärt

P

Parallaxe
Die scheinbare Verschiebung eines Objekts, wenn man es von zwei verschiedenen Standorten aus betrachtet. Die jährliche Parallaxe eines Sterns liefert seine Entfernung; beim nahen Mond verschiebt schon der Beobachtungsort auf der Erde die Position um bis zu knapp ein Grad.
Parsec
Die Entfernung, aus der eine Astronomische Einheit unter einem Winkel von einer Bogensekunde erscheint. Ein Parsec entspricht rund 3,26 Lichtjahren oder etwa 30,9 Billionen Kilometern; der Name ist eine Kurzform von Parallaxensekunde.
Perigäum
Der erdnächste Punkt der Mondbahn oder einer anderen Bahn um die Erde. Der Mond kommt dabei auf rund 356.000 bis 370.000 Kilometer heran; fällt ein Vollmond in die Nähe des Perigäums, spricht man von einem Supermond.Ratgeber: Supermond & Minimond: Wann ist der Mond am größten?
Perihel
Der sonnennächste Punkt einer Bahn um die Sonne. Die Erde erreicht ihr Perihel Anfang Januar in rund 147 Millionen Kilometern Abstand; Merkur kommt der Sonne in seinem Perihel bis auf etwa 46 Millionen Kilometer nahe.
Phasenwinkel
Der Winkel zwischen Sonne und Erde, gesehen vom Himmelskörper aus. Bei 0 Grad erscheint er voll beleuchtet, bei 90 Grad halb, bei 180 Grad sehen wir nur seine Nachtseite. Äußere Planeten erreichen nur kleine Phasenwinkel, Mars höchstens etwa 47 Grad.
Photosphäre
Die sichtbare Oberfläche der Sonne, eine nur einige Hundert Kilometer dicke Gasschicht mit rund 5.800 Kelvin, aus der der größte Teil des Sonnenlichts stammt. Auf ihr erscheinen Sonnenflecken, Fackeln und Granulation; zum Rand der Sonnenscheibe hin wirkt sie dunkler, die sogenannte Randverdunkelung.Ratgeber: Sonnenflecken heute beobachten
Polarkreis
Die Breitenkreise bei rund 66,6 Grad nördlicher und südlicher Breite, also genau um den Betrag der Erdachsneigung vom Pol entfernt. Jenseits davon gibt es mindestens einen Tag mit Mitternachtssonne und, ohne Refraktion gerechnet, mindestens einen Tag mit Polarnacht. Mit der Achsneigung verschiebt sich ihre Lage langsam.Ratgeber: Mitternachtssonne & Polarnacht berechnen
Polarnacht
Die Zeit, in der die Sonne jenseits des Polarkreises auch mittags nicht über den Horizont steigt. Nahe dem Polarkreis dauert sie wegen der Refraktion nur wenige Tage oder fällt ganz aus, an den Polen fast ein halbes Jahr. Um die Mittagszeit bleibt oft Dämmerungslicht sichtbar.Ratgeber: Mitternachtssonne & Polarnacht berechnen
Polarstern
Der hellste Stern im Kleinen Bären, rund 2 mag hell und weniger als ein Grad vom nördlichen Himmelspol entfernt. Er steht deshalb fast unbewegt im Norden, und seine Höhe über dem Horizont entspricht ungefähr deiner geografischen Breite. Durch die Präzession geht die Rolle des Polarsterns über Jahrtausende an andere Sterne über.Ratgeber: Sternbilder finden: so orientierst du dich
Populationsindex
Der Faktor, um den die Zahl der Meteore eines Stroms von einer Größenklasse zur nächstschwächeren zunimmt, meist mit r abgekürzt. Typische Werte liegen zwischen etwa 2 und 3,5; ein kleiner Wert bedeutet relativ viele helle Meteore. Er wird gebraucht, um beobachtete Raten auf die ZHR umzurechnen.Ratgeber: Meteorströme: Perseiden, Geminiden & Co.
Positionswinkel
Die Richtung eines Punktes am Himmel relativ zu einem anderen, gemessen von Norden über Osten, bei Norden oben also gegen den Uhrzeigersinn. Er beschreibt etwa, an welcher Stelle des Mondrands ein Stern verschwindet, wo bei einer Finsternis der erste Kontakt liegt oder wie ein Doppelstern ausgerichtet ist.Ratgeber: Kontaktzeiten C1–C4 einer Finsternis erklärt
Präzession
Die langsame Kreiselbewegung der Erdachse, verursacht durch die Anziehung von Mond und Sonne auf den abgeplatteten Erdkörper. Ein Umlauf dauert rund 25.800 Jahre; der Frühlingspunkt wandert dabei um etwa 50 Bogensekunden pro Jahr entlang der Ekliptik.Ratgeber: J2000 oder JNow? Präzession & Nutation erklärt

Q

Quadratur
Die Stellung, in der ein Himmelskörper von der Erde aus gesehen 90 Grad östlich oder westlich der Sonne steht. Äußere Planeten kulminieren in östlicher Quadratur etwa bei Sonnenuntergang, in westlicher bei Sonnenaufgang; der Mond steht im Ersten und Letzten Viertel nahezu in Quadratur.Ratgeber: Opposition, Konjunktion & Quadratur erklärt

R

Radiant
Der Punkt am Himmel, aus dem die Meteore eines Stroms zu kommen scheinen. Die parallelen Bahnen der Teilchen wirken durch die Perspektive wie von einem Punkt ausgehend; je höher der Radiant steht, desto mehr Meteore sind zu sehen.Ratgeber: Meteorströme: Perseiden, Geminiden & Co.
Rayleigh-Streuung
Die Streuung von Licht an Teilchen, die viel kleiner sind als seine Wellenlänge, etwa an Luftmolekülen. Ihre Stärke wächst mit der vierten Potenz der Frequenz, sodass blaues Licht viel stärker gestreut wird als rotes: Der Taghimmel erscheint blau, die tief stehende Sonne rötlich.Ratgeber: Dämmerung: bürgerlich, nautisch, astronomisch
Refraktion
Die Lichtbrechung in der Erdatmosphäre, die Gestirne höher erscheinen lässt, als sie geometrisch stehen. Am Horizont beträgt sie rund 34 Bogenminuten, mehr als ein Sonnendurchmesser – deshalb siehst du die Sonne noch, wenn sie geometrisch schon untergegangen ist.Ratgeber: Refraktion & Kimmtiefe: Warum die Sonne früher aufgeht
Rektaszension
Die Koordinate entlang des Himmelsäquators, gezählt vom Frühlingspunkt aus nach Osten, meist in Stunden, Minuten und Sekunden von 0 bis 24 h. Sie entspricht der geografischen Länge und bestimmt zusammen mit der Sternzeit, wann ein Objekt kulminiert.Ratgeber: Rektaszension & Deklination verständlich erklärt
Relativzahl
Ein Maß für die Fleckenaktivität der Sonne, nach Rudolf Wolf auch Wolfsche Relativzahl genannt: zehnmal die Zahl der Fleckengruppen plus die Zahl der Einzelflecken, mit einem Korrekturfaktor für Instrument und Beobachter. Sie ist die längste fortlaufende Messreihe der Sonnenaktivität und reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück.Ratgeber: Sonnenflecken heute beobachten
Ringneigung
Der Winkel, unter dem wir die Ringebene des Saturn sehen. Er schwankt im Lauf eines Saturnjahres von knapp 29,5 Jahren zwischen 0 Grad, wenn die Ringe auf der Kante stehen, und etwa 27 Grad bei weit geöffneten Ringen.Ratgeber: Saturnringe: Neigung und Sichtbarkeit
Rückläufigkeit
Die scheinbare Bewegung eines Planeten von Ost nach West vor dem Sternhintergrund, entgegen seiner gewöhnlichen Richtung. Sie entsteht, wenn die Erde einen äußeren Planeten überholt oder selbst von Merkur oder Venus überholt wird.Ratgeber: Rückläufigkeit: Warum Planeten Schleifen ziehen

S

Saros
Ein Finsterniszyklus von 223 synodischen Monaten, rund 18 Jahren 11 Tagen und 8 Stunden. Danach stehen Sonne, Mond und Mondknoten wieder fast gleich, sodass sich eine sehr ähnliche Finsternis wiederholt, wegen der zusätzlichen 8 Stunden aber rund 120 Grad weiter westlich.Ratgeber: Sonnenfinsternis berechnen: Pfad, Zeiten, Bedeckung
Schaltsekunde
Eine bei Bedarf eingefügte Sekunde, die die auf Atomuhren beruhende Koordinierte Weltzeit UTC innerhalb von 0,9 Sekunden an der Erddrehung UT1 hält. Seit 1972 wurden 27 Schaltsekunden eingefügt, zuletzt Ende 2016. Die Generalkonferenz für Maß und Gewicht hat beschlossen, sie bis spätestens 2035 abzuschaffen.Ratgeber: Julianisches Datum & ΔT einfach erklärt
Solstitium
Die Sonnenwende: der Zeitpunkt, an dem die Sonne ihre größte nördliche oder südliche Deklination von rund 23,4 Grad erreicht, um den 21. Juni und den 21. Dezember. Auf der Nordhalbkugel bringt das Juni-Solstitium den längsten, das Dezember-Solstitium den kürzesten Tag des Jahres.Ratgeber: Sonnenwende & Tagundnachtgleiche – Termine erklärt
Sonnenaufgang
Der Zeitpunkt, an dem der obere Rand der Sonne am Horizont erscheint; der Sonnenuntergang ist der Moment, in dem er verschwindet. Nach üblicher Konvention steht der Sonnenmittelpunkt dann 50 Bogenminuten unter dem mathematischen Horizont: 16 Bogenminuten für den Sonnenradius und 34 für die Refraktion.Ratgeber: Sonnenaufgang & -untergang berechnen
Sonnenzyklus
Der rund elfjährige Rhythmus, in dem die Aktivität der Sonne zu- und abnimmt, sichtbar an der Zahl der Sonnenflecken, an Flares und Polarlichtern. In jedem Zyklus kehrt sich das Magnetfeld der Sonne um, sodass der vollständige magnetische Zyklus etwa 22 Jahre dauert. Seit Ende 2019 läuft Zyklus 25.Ratgeber: Sonnenflecken heute beobachten
Spektralklasse
Die Einordnung eines Sterns nach den Merkmalen seines Spektrums, die vor allem von der Oberflächentemperatur abhängen. Die Hauptklassen O, B, A, F, G, K und M reichen von heißen bläulichen bis zu kühlen rötlichen Sternen; die Sonne gehört zur Klasse G2.
Sternbild
Eine von 88 Himmelsregionen, die die Internationale Astronomische Union 1922 festgelegt hat und deren Grenzen seit 1930 genau definiert sind. Umgangssprachlich meint Sternbild oft nur die auffällige Sternfigur; astronomisch gehört jeder Punkt des Himmels zu genau einem Sternbild.Ratgeber: Sternbilder finden: so orientierst du dich
Sterntag
Die Dauer einer Erddrehung gegenüber dem Frühlingspunkt, rund 23 Stunden 56 Minuten 4 Sekunden mittlerer Sonnenzeit. Er ist etwa 3 Minuten 56 Sekunden kürzer als der Sonnentag, weshalb jeder Stern jeden Abend knapp vier Minuten früher aufgeht.Ratgeber: Sternzeit berechnen: lokale Sternzeit (LST)
Sternzeit
Der Stundenwinkel des Frühlingspunkts, also eine Zeit, die sich an der Drehung der Erde gegenüber den Sternen orientiert. Ein Sterntag ist rund 3 Minuten 56 Sekunden kürzer als ein Sonnentag; die lokale Sternzeit zeigt, welche Rektaszension gerade kulminiert.Ratgeber: Sternzeit berechnen: lokale Sternzeit (LST)
Streifende Bedeckung
Eine Sternbedeckung, bei der der Stern den Mondrand nur streift. Entlang einer schmalen Grenzlinie verschwindet und erscheint er mehrmals hinter Bergen und in Tälern des Mondprofils; Zeitmessungen mehrerer Beobachter liefern so ein genaues Randprofil des Mondes.Ratgeber: Mondbedeckung: Wenn der Mond einen Stern verdeckt
Stundenwinkel
Der Winkelabstand eines Gestirns vom Meridian, gemessen entlang des Himmelsäquators nach Westen, meist in Stunden. Er ergibt sich aus lokaler Sternzeit minus Rektaszension und ist null, wenn das Objekt kulminiert.Ratgeber: Sternzeit berechnen: lokale Sternzeit (LST)
Supermond
Ein Vollmond nahe dem Perigäum. Er erscheint bis zu rund 14 Prozent größer und etwa 30 Prozent heller als ein Vollmond im Apogäum, der Minimond genannt wird. Ohne direkten Vergleich ist der Unterschied mit bloßem Auge kaum zu erkennen.Ratgeber: Supermond & Minimond: Wann ist der Mond am größten?
Synodischer Monat
Die Zeit von einem Neumond zum nächsten, im Mittel rund 29,53 Tage. Er ist länger als der siderische Monat von etwa 27,32 Tagen, weil die Erde in dieser Zeit auf ihrer Bahn weiterläuft und der Mond die Sonne erst wieder einholen muss.Ratgeber: Mondphasen: Neumond bis Vollmond erklärt
Syzygie
Die nahezu geradlinige Anordnung von Sonne, Erde und Mond oder anderen Himmelskörpern. Neumond und Vollmond sind Syzygien; steht der Mond dabei nahe einem Mondknoten, kommt es zu einer Finsternis. Auch die besonders kräftigen Springtiden entstehen um die Syzygien.Ratgeber: Mondphasen: Neumond bis Vollmond erklärt

T

Tagundnachtgleiche
Der Zeitpunkt, an dem die Sonne den Himmelsäquator überschreitet, um den 20. März und den 22. oder 23. September. Tag und Nacht sind dann fast überall nahezu gleich lang; wegen Refraktion und Sonnenradius ist der Tag tatsächlich einige Minuten länger. Fachsprachlich heißt der Zeitpunkt Äquinoktium.Ratgeber: Sonnenwende & Tagundnachtgleiche – Termine erklärt
Terminator
Die Grenze zwischen beleuchteter und unbeleuchteter Seite eines Himmelskörpers. Auf dem Mond werfen Krater und Berge nahe dem Terminator lange Schatten, weshalb du dort im Teleskop die meisten Details siehst.Ratgeber: Mondphasen: Neumond bis Vollmond erklärt
Terrestrische Zeit (TT)
Die gleichmäßig laufende Zeitskala, auf die sich Ephemeriden für Beobachter auf der Erde beziehen. Sie ist an die Internationale Atomzeit gekoppelt und läuft ihr um festgelegte 32,184 Sekunden voraus. Ihre Differenz zur an die Erddrehung gebundenen Weltzeit heißt ΔT.Ratgeber: Julianisches Datum & ΔT einfach erklärt
Tierkreis
Der Gürtel von Sternbildern entlang der Ekliptik, durch den sich Sonne, Mond und Planeten bewegen. Astronomisch durchquert die Sonne 13 Sternbilder einschließlich des Schlangenträgers; die zwölf gleich großen astrologischen Tierkreiszeichen sind durch die Präzession heute um fast ein ganzes Zeichen gegen die Sternbilder verschoben.Ratgeber: Sternbilder finden: so orientierst du dich
Topozentrisch
Bezogen auf den Standort des Beobachters auf der Erdoberfläche statt auf den Erdmittelpunkt, der geozentrischen Sicht. Vor allem beim Mond unterscheiden sich beide Positionen deutlich, weil der Erdradius im Verhältnis zur Mondentfernung nicht vernachlässigbar ist.
Transit
In der Astronomie mit zwei Bedeutungen: der Durchgang eines kleineren Körpers vor einer größeren Scheibe, etwa von Merkur oder Venus vor der Sonne, und der Meridiandurchgang eines Gestirns, also seine Kulmination.Ratgeber: Merkur- und Venustransit vor der Sonne
Tycho-2
Ein Sternkatalog mit rund 2,5 Millionen Sternen, gewonnen aus Messungen des Satelliten Hipparcos und älteren Positionskatalogen. Er enthält Positionen, Eigenbewegungen und Helligkeiten in zwei Farbbändern und ist bis etwa zur 11. Größenklasse nahezu vollständig.Ratgeber: Stern finden per HIP-, HD- oder TYC-Nummer

W

Wahre Ortszeit
Die Zeit, die sich nach dem tatsächlichen Sonnenstand an deinem Ort richtet: Um 12 Uhr wahrer Ortszeit kulminiert die Sonne. Sie weicht von der Zonenzeit um den Effekt deiner geografischen Länge und um die Zeitgleichung ab.Ratgeber: Zeitgleichung & wahre Ortszeit erklärt
Weltzeit (UT)
Die an die tatsächliche Erddrehung gebundene Zeitskala, im Kern die mittlere Sonnenzeit am Nullmeridian von Greenwich. Ihre maßgebliche Form UT1 läuft wegen der unregelmäßigen Erdrotation nicht gleichmäßig; die bürgerliche Koordinierte Weltzeit UTC wird mit Schaltsekunden innerhalb von 0,9 Sekunden an UT1 gehalten.Ratgeber: Julianisches Datum & ΔT einfach erklärt
Winkelgröße
Der scheinbare Durchmesser eines Objekts am Himmel, angegeben als Winkel in Grad, Bogenminuten oder Bogensekunden. Sonne und Mond erscheinen beide etwa ein halbes Grad groß, Jupiter je nach Abstand rund 30 bis 50 Bogensekunden. Die Winkelgröße hängt von wahrem Durchmesser und Entfernung ab.Ratgeber: Supermond & Minimond: Wann ist der Mond am größten?

Z

Zeitgleichung
Die Differenz zwischen wahrer und mittlerer Sonnenzeit. Sie entsteht durch die elliptische Erdbahn und die Neigung der Erdachse und schwankt im Jahreslauf zwischen etwa minus 14 und plus 16 Minuten.Ratgeber: Zeitgleichung & wahre Ortszeit erklärt
Zenit
Der Punkt direkt über dem Beobachter, 90 Grad über dem Horizont. Ein Gestirn kann nur dann durch den Zenit gehen, wenn seine Deklination deiner geografischen Breite entspricht; die Sonne tut das nur zwischen den Wendekreisen.Ratgeber: Sonnenstand: Azimut und Höhe der Sonne
Zentrallinie
Die Bahn, die die Achse des Mondschattens bei einer zentralen Sonnenfinsternis über die Erdoberfläche zieht. Entlang dieser Linie dauert die Totalität oder Ringförmigkeit am längsten, und Sonne und Mond stehen dort am genauesten übereinander; die Pfadgrenzen verlaufen beidseitig davon.Ratgeber: Sonnenfinsternis berechnen: Pfad, Zeiten, Bedeckung
ZHR
Die zenitale stündliche Rate, englisch Zenithal Hourly Rate: die Zahl der Meteore, die ein Beobachter unter idealen Bedingungen pro Stunde sähe, mit dem Radianten im Zenit und einer Grenzgröße von 6,5 mag. Die tatsächlich gesehene Rate ist fast immer niedriger.Ratgeber: Meteorströme: Perseiden, Geminiden & Co.
Zirkumpolar
Gestirne, die an einem Ort nie untergehen, weil ihr Abstand vom sichtbaren Himmelspol kleiner ist als die geografische Breite. In Mitteleuropa gehören der Große Wagen und Kassiopeia dazu; jenseits der Polarkreise wird im Sommer sogar die Sonne zirkumpolar.Ratgeber: Mitternachtssonne & Polarnacht berechnen

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