Apphemeride

Himmel & Sterne

Wann ist es dunkel genug, um Sterne zu beobachten?

Kurz erklärt

Wirklich dunkel ist es erst in der astronomischen Nacht, wenn die Sonne mehr als 18° unter dem Horizont steht. Ob sie eintritt, hängt von Breitengrad und Jahreszeit ab; zusätzlich hellt ein Mond über dem Horizont den Himmel stark auf. Wann deine Nacht dunkel und mondfrei ist, fasst der „Ausblick auf heute Nacht“ in Apphemeride zusammen.

Drei Stufen der Dämmerung

Nach Sonnenuntergang wird es nicht schlagartig dunkel. Das Sonnenlicht wird von der Atmosphäre gestreut und erreicht noch lange den Himmel über dir. Astronomen teilen diesen Übergang in drei Stufen ein, jeweils nach der Tiefe der Sonne unter dem Horizont:

PhaseSonnentiefeWas du siehst
Bürgerliche Dämmerung0° bis −6°Lesen im Freien möglich, erste helle Planeten
Nautische Dämmerung−6° bis −12°Horizont noch erkennbar, hellere Sterne sichtbar
Astronomische Dämmerung−12° bis −18°Himmel wirkt dunkel, schwache Sterne fehlen noch
Astronomische Nachtunter −18°keine Aufhellung mehr durch die Sonne

Für Planeten und helle Sterne reicht die nautische Dämmerung. Wer schwache Sterne, Sternbilder in voller Pracht oder die Milchstraße sehen will, wartet auf die astronomische Nacht. Morgens läuft dieselbe Abfolge rückwärts ab.

Warum es im Sommer nicht richtig dunkel wird

Wie lange die Dämmerung dauert und ob eine astronomische Nacht überhaupt eintritt, hängt von deinem Breitengrad und der Jahreszeit ab. Ihren tiefsten Stand erreicht die Sonne um die wahre Mitternacht. Wie tief sie dann sinkt, bestimmen zwei Dinge: Je weiter nördlich du wohnst, desto flacher verläuft ihre Bahn unter dem Horizont, und je näher der Sommer rückt, desto weiter nördlich am Himmel steht sie ohnehin. Im Hochsommer reicht das in weiten Teilen Mitteleuropas nicht mehr, um die Sonne bis −18° hinabzudrücken. Als Faustregel gilt: Nördlich von etwa 48,6° Breite gibt es um den 21. Juni keine astronomische Nacht.

Für Deutschland bedeutet das: In Hamburg, Berlin oder Köln gibt es Ende Juni keine astronomische Nacht, der Himmel bleibt im Norden die ganze Nacht leicht aufgehellt. Ganz im Süden, etwa in München, bleibt nur ein kurzes dunkles Fenster. Im Winter dagegen beginnt die astronomische Nacht schon am frühen Abend und dauert viele Stunden.

Der Mond als größter Störfaktor

Selbst in der astronomischen Nacht kann der Himmel hell sein – durch den Mond. Ein Vollmond ist mit rund −12,7 mag so hell, dass er schwache Sterne am ganzen Himmel verschluckt und die Grenzgröße um mehrere Stufen senkt. Für die Planung hilft dir der Lauf des Mondes:

  • Neumond: Der Mond steht nahe der Sonne und stört die ganze Nacht nicht.
  • Erstes Viertel: Der Mond steht abends am Himmel und geht etwa um Mitternacht unter. Die zweite Nachthälfte ist mondfrei.
  • Vollmond: Der Mond steht die ganze Nacht über dem Horizont.
  • Letztes Viertel: Der Mond geht etwa um Mitternacht auf. Die Abendstunden sind mondfrei.

Die dunkelsten Nächte liegen damit rund um Neumond. Entscheidend ist aber nicht die Phase allein, sondern ob der Mond während deiner Beobachtungszeit über dem Horizont steht und wie stark er beleuchtet ist.

Die eigene Beobachtungsnacht planen

Eine gute Planung kombiniert alle Faktoren: Wann beginnt die Dunkelheit, wann endet sie, wann geht der Mond auf oder unter, und welche Objekte stehen in diesem Fenster hoch genug? Dazu kommen Dinge, die du selbst beeinflusst:

  1. Ort wählen: Schon wenige Kilometer außerhalb der Stadt gewinnst du eine oder zwei Größenklassen an Grenzgröße.
  2. Augen schützen: Nach 20 bis 30 Minuten ohne helles Licht sind deine Augen dunkeladaptiert. Rotes Licht stört diese Anpassung am wenigsten.
  3. Horizont beachten: Tief am Horizont sind Dunst und Lichtglocken der Städte am stärksten. Objekte über etwa 30° Höhe zeigen sich deutlich klarer.

Ein Sonderfall sind hohe Breiten: In der Polarnacht geht die Sonne tagelang nicht auf, im Polartag nicht unter. Eine „Nacht“ von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang gibt es dort nicht, die Planung muss sich am tiefsten Stand der Sonne orientieren.

So beantwortet es Apphemeride

So beantwortet es Apphemeride

Die Frage „Wann ist es dunkel genug?“ beantwortet der Ausblick auf heute Nacht in der Übersicht. Er fasst deine Nacht in einem Urteil zusammen, zum Beispiel „Gute Nacht für Planeten“ oder „Eine Nacht für den Mond“. Er nennt Beginn und Ende der Dunkelheit, Mondaufgang und -untergang, die Mondbeleuchtung, störendes Mondlicht, Planeten über 10° Höhe in der Dunkelheit und anstehende Ereignisse. „Heute Nacht“ reicht dabei von jetzt bis zur oberen Kulmination der Sonne am Folgetag und funktioniert deshalb auch in Polarnacht und Polartag. Die Zeiten der bürgerlichen, nautischen und astronomischen Dämmerung findest du kostenlos in der Karte Lichtverhältnisse auf der Objektseite der Sonne, Mondphase sowie Mondaufgang und -untergang auf der Objektseite des Mondes. Der Ausblick gehört zur Vollversion. Mehr zur Übersicht für heute Nacht.

Übersicht in Apphemeride mit dem Ausblick auf heute Nacht, Dunkelheitszeiten und Mondbeleuchtung
Der Ausblick auf heute Nacht zeigt, wann es dunkel wird und ob der Mond stört.

Häufige Fragen

Wann ist es heute richtig dunkel?

Richtig dunkel ist es, wenn die astronomische Dämmerung endet, also die Sonne mehr als 18° unter dem Horizont steht. Wann das ist, hängt von Ort und Datum ab: Im Winter tritt die Dunkelheit in Deutschland schon am frühen Abend ein, im Hochsommer deutlich später oder im Norden gar nicht. Die genaue Uhrzeit für deinen Ort zeigt dir Apphemeride in den Lichtverhältnissen der Sonne.

Was ist die astronomische Nacht?

Die astronomische Nacht ist die Zeit, in der die Sonne mehr als 18° unter dem Horizont steht. Dann trägt das gestreute Sonnenlicht nicht mehr zur Himmelshelligkeit bei, und schwache Sterne werden sichtbar. Sie beginnt mit dem Ende der abendlichen astronomischen Dämmerung und endet mit dem Beginn der morgendlichen.

Warum wird es im Sommer in Norddeutschland nicht ganz dunkel?

Um die Sommersonnenwende sinkt die Sonne nördlich von etwa 48,6° Breite nicht tiefer als 18° unter den Horizont. Deshalb gibt es dort keine astronomische Nacht, und der Himmel bleibt im Norden leicht aufgehellt. Das betrifft fast ganz Deutschland; nur im äußersten Süden bleibt ein kurzes dunkles Fenster.

Stört der Mond beim Sternebeobachten?

Ja, ein heller Mond hellt den ganzen Himmel auf und lässt schwache Sterne verschwinden. Am stärksten stört der Vollmond, der die ganze Nacht am Himmel steht. Um das Erste Viertel ist die zweite Nachthälfte mondfrei, um das Letzte Viertel der Abend. Für Planeten und den Mond selbst ist Mondlicht dagegen kein Problem.

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Kostenlos laden – Sonne und Mond sind dauerhaft frei. Alles Weitere schaltest du mit der Vollversion frei, nach einer 3-tägigen Testphase.

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