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Mond

Mondbedeckung: Wenn der Mond einen Stern oder Planeten verdeckt

Kurz erklärt

Bei einer Mondbedeckung schiebt sich der Mond vor einen Stern oder Planeten und verdeckt ihn für bis zu rund einer Stunde. Weil der Mond keine Atmosphäre hat, verschwindet ein Stern dabei schlagartig. Ob und wann eine Bedeckung stattfindet, hängt stark vom Beobachtungsort ab. Kommende Mondbedeckungen mit Erinnerung findest du in der Ereignisliste von Apphemeride.

Wie eine Mondbedeckung entsteht

Der Mond wandert am Himmel ständig vor dem Sternhintergrund nach Osten, etwa um seinen eigenen Durchmesser pro Stunde. Dabei überstreicht er einen Streifen entlang der Ekliptik, in dem er Sterne und gelegentlich Planeten verdecken kann. Liegt ein Stern in diesem Band, verschwindet er am vorderen, östlichen Mondrand und taucht später am hinteren, westlichen Rand wieder auf.

Wie lange eine Bedeckung dauert, hängt davon ab, wie nah der Stern an der Mitte der Mondscheibe vorbeizieht. Läuft der Mond zentral über den Stern, dauert es bis zu etwa einer Stunde. Streift er ihn nur am Rand, sind es wenige Minuten oder Sekunden.

Die Bewegung ist so zügig, dass du die Annäherung im Fernglas fast in Echtzeit verfolgen kannst: Innerhalb weniger Minuten schrumpft der Abstand zwischen Stern und Mondrand sichtbar. Weil der Mond nach Osten zieht, geht jeder Stern am Ostrand verloren und erscheint am Westrand wieder – nie umgekehrt.

Warum der Ort so wichtig ist

Der Mond ist der Erde so nah, dass seine Position am Himmel von deinem Standort abhängt. Zwischen zwei Beobachtern, die einige tausend Kilometer voneinander entfernt sind, kann der Mond um bis zu rund ein Grad versetzt erscheinen – doppelt so viel wie sein eigener Durchmesser. Eine Bedeckung, die in Hamburg zentral verläuft, kann in Madrid knapp verfehlt werden.

Deshalb ist jede Mondbedeckung nur in einem bestimmten Gebiet der Erde sichtbar, und die Zeiten für Verschwinden und Wiederauftauchen unterscheiden sich von Ort zu Ort um Minuten. Am Rand dieses Gebiets liegt ein schmaler Streifen, in dem der Stern den Mondrand nur streift. Bei einer solchen **streifenden Bedeckung** blinkt er mehrmals auf und verschwindet wieder, weil Berge und Täler am Mondrand ihn abwechselnd verdecken und freigeben.

Was bedeckt werden kann

Nur wenige helle Sterne liegen nahe genug an der Ekliptik, um vom Mond bedeckt zu werden. Die bekanntesten sind Aldebaran im Stier, Regulus im Löwen, Spica in der Jungfrau und Antares im Skorpion. Auch die Plejaden werden regelmäßig bedeckt; dann verschwinden mehrere Sterne nacheinander hinter dem Mondrand.

Bedeckungen heller Sterne treten nicht gleichmäßig auf, sondern in Serien. Die Mondbahn ist gegen die Ekliptik geneigt, und ihre Schnittpunkte, die Mondknoten, wandern in rund 18,6 Jahren einmal um den Himmel. Über einige Jahre trifft der Mond einen bestimmten Stern Monat für Monat, danach folgen lange Pausen.

Auch Planeten können bedeckt werden. Weil Planeten eine sichtbare Scheibe haben, verschwinden sie nicht schlagartig, sondern über einige Sekunden. Ein Planet, der langsam hinter dem Mondrand versinkt, gehört zu den schönsten Anblicken im Teleskop.

Tipps für die Beobachtung

Am eindrucksvollsten ist das Verschwinden am dunklen Mondrand. Beim zunehmenden Mond ist der vordere, östliche Rand unbeleuchtet: Der Stern nähert sich einem unsichtbaren Rand und ist im nächsten Augenblick weg. Beim abnehmenden Mond taucht der Stern dagegen am dunklen Rand wieder auf. Um den Vollmond überstrahlt der helle Rand schwächere Sterne.

Ein Fernglas genügt für helle Sterne und Planeten, ein kleines Teleskop zeigt deutlich mehr. Beginne einige Minuten vor dem vorhergesagten Zeitpunkt, denn die genaue Zeit hängt vom Mondrandprofil und von deinem exakten Standort ab. Wer Zeiten präzise stoppt, liefert Daten, die zur Vermessung des Mondrands beitragen können – eine Tradition, in der Amateure bis heute aktiv sind.

So beantwortet es Apphemeride

So beantwortet es Apphemeride

Wann der Mond als Nächstes einen hellen Stern oder Planeten verdeckt, musst du nicht selbst herausfinden: In der Ereignisliste der Vollversion gehört die Mondbedeckung zu den 30 Ereignisarten, neben Mondkonjunktion und Planetenkonjunktion. Das Ereignisdetail sagt dir, wann und wohin du schauen musst, welche Ausrüstung nötig ist und warum sich der Blick lohnt; eine Mini-Himmelskarte mit Zeitregler zeigt die Annäherung. Mit Erinnerungen zum Zeitpunkt oder 1 h, 12 h, 1 Tag oder 1 Woche vorher verpasst du keine Bedeckung. Die Vorschau reicht von einer Woche bis zu zwei Jahren. Wann der Mond an deinem Ort aufgeht, zeigen dir die kostenlosen Monddaten. Mehr dazu: Himmelsereignisse und Mondbedeckungen.

Ereignisliste in Apphemeride mit einer Mondbedeckung samt Zeitpunkt und Highlight-Bewertung
Mondbedeckungen erscheinen in der Ereignisliste – mit Erinnerung und Mini-Himmelskarte.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Mondbedeckung und Sternbedeckung?

Beide Begriffe beschreiben oft dasselbe: Der Mond verdeckt einen Stern. „Sternbedeckung“ betont das verdeckte Objekt, „Mondbedeckung“ das verdeckende. Daneben gibt es Sternbedeckungen durch Asteroiden, bei denen ein Kleinplanet einen Stern für Sekunden verdeckt, sowie Bedeckungen von Planeten durch den Mond.

Warum verschwindet ein Stern hinter dem Mond so plötzlich?

Weil der Mond keine Atmosphäre hat, die das Licht allmählich abschwächen könnte, und weil Sterne so weit entfernt sind, dass ihre Scheibe praktisch punktförmig erscheint. Der Mondrand schiebt sich vor einen Punkt, und das Licht ist in einem Bruchteil einer Sekunde verschwunden. Planeten mit sichtbarer Scheibe verblassen dagegen über einige Sekunden.

Kann der Mond auch Planeten verdecken?

Ja. Venus, Mars, Jupiter und Saturn werden immer wieder vom Mond bedeckt, auch Merkur, Uranus und Neptun. Solche Planetenbedeckungen sind nur in einem Teil der Erde sichtbar und oft nur in bestimmten Phasen des Mondes gut zu beobachten. Ein Fernglas oder kleines Teleskop zeigt das Verschwinden der Planetenscheibe deutlich.

Welche hellen Sterne kann der Mond bedecken?

Unter den hellsten Sternen sind es vor allem Aldebaran, Regulus, Spica und Antares, weil sie nahe der Ekliptik liegen. Dazu kommen viele schwächere Sterne und Sternhaufen wie die Plejaden. Ob ein Stern gerade bedeckt werden kann, hängt von der Lage der Mondknoten ab, die sich in rund 18,6 Jahren einmal herumbewegen.

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