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Mond

Wann geht der Mond auf? Mondaufgang und Monduntergang verstehen

Kurz erklärt

Der Mond geht im Mittel jeden Tag rund 50 Minuten später auf, weil er auf seiner Bahn um die Erde täglich ein Stück nach Osten wandert und die Erde sich deshalb etwas weiterdrehen muss. Wie groß die Verspätung ist, hängt von Jahreszeit, Mondbahn und geografischer Breite ab. Aufgang, Untergang und Richtung für deinen Standort zeigt dir Apphemeride kostenlos.

Warum der Mond jeden Tag später aufgeht

Die Sonne bestimmt unseren Tag: Nach 24 Stunden steht sie wieder ungefähr an derselben Stelle. Der Mond hält sich nicht an diesen Takt. Während sich die Erde einmal dreht, läuft er auf seiner Bahn ein Stück weiter nach Osten – gemessen an der Sonne etwa 12,2 Grad pro Tag. Damit er wieder über denselben Horizontpunkt steigt, muss sich die Erde also noch etwas weiterdrehen.

Daraus ergibt sich der sogenannte Mondtag. Ein synodischer Monat, also die Zeit von Neumond zu Neumond, dauert rund 29,53 Tage. In dieser Zeit holt der Mond die Sonne einmal vollständig ein, er geht also einmal weniger auf als die Sonne. Der Mondtag ist darum etwas länger als 24 Stunden.

Der Mondtag – die Zeit von einem Mondaufgang zum nächsten – dauert deshalb im Mittel rund 24 Stunden und 50 Minuten. Diese 50 Minuten sind die mittlere tägliche Verspätung des Mondaufgangs. Wie stark sie im Einzelfall davon abweicht, hängt davon ab, wie die Mondbahn gerade zum Horizont liegt – dazu gleich mehr.

Eine Folge davon überrascht viele: An einem Tag pro Monat gibt es keinen Mondaufgang und an einem anderen keinen Monduntergang. Fällt ein Aufgang kurz vor Mitternacht, rutscht der nächste wegen der Verspätung über die Datumsgrenze hinaus in den übernächsten Kalendertag – der Tag dazwischen bleibt ohne Aufgang.

Der Erntemond-Effekt: wenn die Verspätung schrumpft

Die 50 Minuten sind nur ein Mittelwert. Tatsächlich schwankt die Verspätung stark, weil der Mond sich nicht senkrecht zum Horizont bewegt, sondern ungefähr entlang der Ekliptik – der scheinbaren Sonnenbahn. Wie steil die Ekliptik über dem Osthorizont steht, ändert sich im Lauf eines Tages und Monats.

Steht die Ekliptik flach über dem Osthorizont, verschiebt sich der Mond von Tag zu Tag vor allem seitlich und kaum nach unten. Er geht dann nur wenig später auf. Genau das passiert in mittleren nördlichen Breiten im Herbst beim Vollmond nahe der Tagundnachtgleiche: Über mehrere Abende hinweg erscheint der volle Mond in Mitteleuropa jeweils nur rund 20 bis 30 Minuten später. Früher nutzten Bauern dieses Licht für die Ernte, daher stammt der Name Erntemond.

Im Frühjahr ist es umgekehrt. Der Vollmond steht dann in einem Bereich der Ekliptik, der steil aufsteigt, und die Verspätung kann deutlich über eine Stunde betragen. Je weiter nördlich du wohnst, desto ausgeprägter ist dieser Unterschied; auf der Südhalbkugel liegen die Jahreszeiten des Effekts entsprechend vertauscht.

Was „Aufgang“ genau bedeutet

Astronomisch gilt der Mond als aufgegangen, wenn sein oberer Rand den mathematischen Horizont erreicht. Zwei Effekte verschieben diesen Moment:

  • **Refraktion:** Die Atmosphäre bricht das Licht am Horizont um etwa ein halbes Grad. Du siehst den Mond schon, wenn er geometrisch noch unter dem Horizont steht.
  • **Parallaxe:** Der Mond ist so nah, dass er von der Erdoberfläche aus gesehen rund ein Grad tiefer erscheint als vom Erdmittelpunkt aus. Dieser Effekt ist beim Mond größer als die Refraktion und wirkt in die Gegenrichtung.

Auch der Ort am Horizont wandert. Weil die Deklination des Mondes innerhalb eines Monats zwischen nördlichen und südlichen Werten pendelt, verschiebt sich der Aufgangspunkt in zwei Wochen vom Nordosten in den Südosten und zurück. Hoch am Himmel stehende Vollmonde gibt es deshalb im Winter, flach über dem Südhorizont ziehende im Sommer – der Vollmond steht immer der Sonne gegenüber.

Für die Praxis gilt: Ein Berg, eine Häuserzeile oder ein Wald am Horizont verzögert den sichtbaren Aufgang oft um viele Minuten. Die berechnete Zeit bezieht sich auf einen freien, ebenen Horizont.

Den Mondaufgang beobachten und fotografieren

Ein aufgehender Vollmond wirkt riesig und oft orange. Die Farbe ist echt: Nahe am Horizont durchquert das Licht viel Luft, die blaue Anteile herausstreut. Die Größe dagegen ist eine Wahrnehmungstäuschung, die sogenannte Mondtäuschung. Auf einem Foto mit gleicher Brennweite ist der Mond am Horizont nicht größer als hoch am Himmel.

Für ein gutes Bild brauchst du drei Angaben: die Uhrzeit, den Azimut des Aufgangs und die Höhe deines Horizonts. Mit dem Azimut kannst du schon am Vortag einen Standort wählen, von dem aus der Mond hinter einem Turm oder einer Bergkante auftaucht. Plane einige Minuten Puffer ein, denn Dunst am Horizont macht den Mond oft erst ein paar Grad höher sichtbar. Am schönsten ist ein Vollmond, der kurz nach Sonnenuntergang aufgeht, solange der Himmel noch etwas Restlicht hat.

So beantwortet es Apphemeride

So beantwortet es Apphemeride

Wähle in Apphemeride den Mond und öffne seine Objektseite. Die Karte Aufgang / Kulmination / Untergang beantwortet die Frage „Wann geht der Mond auf?“ direkt: Sie zeigt Uhrzeit und Azimut von Aufgang, Kulmination und Untergang für deinen Standort – also auch, wo am Horizont du hinschauen musst. Die Zeiten werden per Newton-Raphson-Verfeinerung auf den genauen Moment eingegrenzt. Im Horizontverlauf siehst du das Höhendiagramm, eine polare Azimut-Zeit-Uhr und das 24-h-Sichtbarkeitsband, an dem du ablesen kannst, wann der Mond über dem Horizont steht. Mondaufgang und -untergang sind ebenso kostenlos wie der GPS-Standort und die Infokacheln für Aufgang, Untergang und Kulmination. Mit der Vollversion kommen die Beobachterhöhe hinzu, die die Kimmtiefe korrigiert, die Zeitreise zu anderen Tagen und der Ausblick auf heute Nacht in der Übersicht, der Mondaufgang, Monduntergang und störendes Mondlicht zusammenfasst. Mehr zu den Datenkarten findest du unter Objektseiten für Sonne, Mond und Planeten.

Objektseite des Mondes in Apphemeride mit Aufgangs-, Kulminations- und Untergangszeit samt Azimut
Aufgang, Kulmination und Untergang des Mondes mit Uhrzeit und Himmelsrichtung für deinen Standort.

Häufige Fragen

Um wie viel später geht der Mond jeden Tag auf?

Im Mittel rund 50 Minuten, weil ein Mondtag etwa 24 Stunden und 50 Minuten dauert. Die tatsächliche Verspätung schwankt aber stark: Um den Herbstvollmond sind es in Mitteleuropa teils nur 20 bis 30 Minuten, im Frühjahr kann sie über eine Stunde betragen. Grund ist der wechselnde Winkel, unter dem die Mondbahn den Horizont schneidet.

Warum gibt es Tage ohne Mondaufgang?

Weil der Mondtag länger ist als 24 Stunden. Fällt ein Aufgang kurz vor Mitternacht, liegt der nächste schon nach Mitternacht des übernächsten Tages. Der Kalendertag dazwischen hat dann keinen Mondaufgang. Dasselbe passiert einmal im Monat mit dem Monduntergang. Der Mond ist dann trotzdem am Himmel, er wechselt nur über die Mitternachtsgrenze.

Geht der Vollmond immer bei Sonnenuntergang auf?

Ungefähr. Der Vollmond steht der Sonne am Himmel gegenüber und geht deshalb grob zur Zeit des Sonnenuntergangs auf und zur Zeit des Sonnenaufgangs unter. Je nachdem, wie genau der Vollmondzeitpunkt in die Nacht fällt und wie die Mondbahn zum Horizont liegt, weichen die Zeiten um eine Stunde oder mehr ab.

Warum sieht der Mond am Horizont so groß aus?

Das ist die Mondtäuschung, ein Effekt der Wahrnehmung. Messbar ist der aufgehende Mond nicht größer, sondern sogar minimal kleiner als hoch am Himmel, weil er dann etwas weiter von dir entfernt ist. Echt ist dagegen die rötliche Farbe: Die dicke Luftschicht am Horizont streut blaues Licht heraus.

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Kostenlos laden – Sonne und Mond sind dauerhaft frei. Alles Weitere schaltest du mit der Vollversion frei, nach einer 3-tägigen Testphase.

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