Mond
Vollmond-Namen im Jahreslauf: vom Wolfsmond bis zum Kältemond
Kurz erklärt
Die bekannten Vollmondnamen stammen überwiegend aus nordamerikanischer Tradition und geben jedem Monat einen Namen, vom Wolfsmond im Januar bis zum Kältemond im Dezember. Sie beschreiben, was in der Natur auffiel. Eine Ausnahme ist der Erntemond: der Vollmond, der der Herbst-Tagundnachtgleiche am nächsten liegt. Den Namen des jeweiligen Vollmonds nennt dir Apphemeride direkt in der Mondphasen-Karte.
Die zwölf Namen und ihre Bedeutung
Die heute weit verbreiteten Namen gehen auf indigene und koloniale Überlieferungen Nordamerikas zurück und wurden vor allem durch Bauernkalender des 20. Jahrhunderts bekannt. Deutsche Medien übernehmen sie meist in Übersetzung. Jeder Name beschreibt, was in der Natur des jeweiligen Monats auffiel:
| Monat | Deutscher Name | Englisches Original | Hintergrund |
|---|---|---|---|
| Januar | Wolfsmond | Wolf Moon | Wölfe, die im Hochwinter hungrig heulen |
| Februar | Schneemond | Snow Moon | oft der schneereichste Monat |
| März | Wurmmond | Worm Moon | auftauender Boden, Regenwürmer erscheinen |
| April | Rosa Mond | Pink Moon | früh blühende rosa Wildblumen |
| Mai | Blumenmond | Flower Moon | Blütezeit |
| Juni | Erdbeermond | Strawberry Moon | Erntezeit wilder Erdbeeren |
| Juli | Bockmond / Hirschmond | Buck Moon | Geweihe der Hirschböcke wachsen neu |
| August | Störmond | Sturgeon Moon | Fangzeit der Störe in großen Seen |
| September | Erntemond | Harvest Moon / Corn Moon | Erntelicht bis in die Nacht |
| Oktober | Jägermond | Hunter's Moon | Jagd auf den abgeernteten Feldern |
| November | Bibermond | Beaver Moon | Biber bereiten sich auf den Winter vor |
| Dezember | Kältemond | Cold Moon | lange, kalte Nächte |
Der „Rosa Mond“ ist also nicht rosa, und der „Erdbeermond“ nicht rot. Wenn ein Vollmond farbig wirkt, liegt das an seiner geringen Höhe über dem Horizont, nicht am Namen.
Die Sonderregel für den Erntemond
Anders als die übrigen Namen ist der Erntemond nicht an einen Kalendermonat gebunden. Er ist der Vollmond, der der September-Tagundnachtgleiche am nächsten liegt – meist im September, gelegentlich Anfang Oktober. Fällt er in den Oktober, trägt der Septembervollmond den Namen „Corn Moon“, und der Jägermond verschiebt sich auf den Vollmond nach dem Erntemond.
Die Regel hat einen astronomischen Grund. Rund um die Herbst-Tagundnachtgleiche geht der Vollmond in mittleren nördlichen Breiten an mehreren Abenden hintereinander nur wenig später auf als am Vortag. So folgt auf den Sonnenuntergang über mehrere Tage fast ohne Pause helles Mondlicht. Für die Ernte vor der Zeit des elektrischen Lichts war das ein spürbarer Vorteil. Mehr dazu erfährst du im Ratgeber zum Mondaufgang.
12 oder 13 Vollmonde: Blue Moon und verschobene Namen
Ein synodischer Monat dauert im Mittel 29,53 Tage. Zwölf solche Monate ergeben nur rund 354 Tage, also gut elf Tage weniger als ein Kalenderjahr. Diese Lücke sammelt sich an: Etwa alle zweieinhalb bis drei Jahre passen 13 Vollmonde in ein Jahr.
Fällt der erste Vollmond eines Jahres sehr früh in den Januar, bleibt bis zum Jahresende genug Platz für einen dreizehnten. Dann bekommt ein Monat zwei Vollmonde. Den zweiten nennt man im heutigen Sprachgebrauch Blue Moon. Eine ältere Definition zählt anders: Danach ist der Blue Moon der dritte von vier Vollmonden in einer astronomischen Jahreszeit. Blau ist er in keinem Fall. Umgekehrt kann der Februar mit seinen höchstens 29 Tagen ganz ohne Vollmond bleiben.
Diese Verschiebungen sind der Grund, warum Listen mit Vollmondnamen von Jahr zu Jahr leicht voneinander abweichen. Wer es genau nimmt, ordnet die Namen über die Jahreszeiten zu, nicht stur über das Kalenderblatt.
Vollmonde bewusst erleben
Die Namen machen den Jahreslauf sichtbar, und jeder Vollmond hat seinen eigenen Charakter. Im Winter steht der Vollmond hoch am Himmel und taucht verschneite Landschaften in helles Licht, denn er läuft dann dort, wo die Sonne im Sommer steht. Im Sommer zieht er flach über den Südhorizont und wirkt oft warm gefärbt. Im Herbst lohnt der Erntemond einen Blick kurz nach Sonnenuntergang, wenn er groß und orange über dem Osthorizont erscheint.
Für Fotos ist der Moment des Aufgangs ideal, weil Landschaft und Mond dann ähnlich hell sind. Stehen Vollmond und Mondperigäum zeitlich nahe beieinander, wird aus dem Vollmond ein sogenannter Supermond – dazu mehr im eigenen Ratgeber.
So beantwortet es Apphemeride
So beantwortet es Apphemeride
Wie der nächste Vollmond heißt, musst du nicht in Tabellen nachschlagen: Die Karte Mondphasen auf der Objektseite des Mondes nennt dir zu jedem Vollmond den traditionellen Namen, vom Wolfsmond bis zum Kältemond, zusammen mit Phase, Mondalter und Fortschritt der Lunation; diese Monddaten sind kostenlos. Mit der Vollversion siehst du kommende Vollmonde in der Ereignisliste – mit Vorschau von einer Woche bis zu zwei Jahren – und lässt dich zum Zeitpunkt oder 1 h, 12 h, 1 Tag oder 1 Woche vorher erinnern. Im Ereignisdetail erfährst du, wann und wohin du schauen solltest. So verpasst du keinen Erntemond: Himmelsereignisse mit Erinnerung.
Häufige Fragen
Warum heißt der Januar-Vollmond Wolfsmond?
Der Name stammt aus nordamerikanischer Überlieferung. In den langen, kalten Januarnächten waren Wölfe besonders häufig zu hören, wohl weil Nahrung knapp war und sich die Rudel zur Paarungszeit sammelten. Deutsche Medien haben den englischen Namen „Wolf Moon“ übernommen. Mit Astronomie hat er nichts zu tun – der Mond sieht im Januar nicht anders aus.
Wann ist der Erntemond?
Der Erntemond ist der Vollmond, der am nächsten an der September-Tagundnachtgleiche liegt. Meist fällt er in den September, manchmal auf Anfang Oktober. Typisch für ihn ist, dass er in mittleren nördlichen Breiten an mehreren Abenden kurz nach Sonnenuntergang aufgeht, weil sich sein Aufgang von Tag zu Tag nur wenig verspätet.
Was ist ein Blue Moon?
Meist bezeichnet man so den zweiten Vollmond in einem Kalendermonat. Das kommt vor, weil ein Mondzyklus mit rund 29,53 Tagen kürzer ist als die meisten Monate. Eine ältere Regel nennt den dritten von vier Vollmonden einer Jahreszeit Blue Moon. Seine Farbe ist ganz normal.
Gibt es auch alte deutsche Vollmondnamen?
Überliefert sind vor allem alte deutsche Monatsnamen wie Hartung für Januar oder Hornung für Februar, die sich auf den Monat beziehen, nicht speziell auf den Vollmond. Die heute in deutschen Medien üblichen Vollmondnamen sind fast durchweg Übersetzungen der nordamerikanischen Namen.
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