Mond
Supermond und Minimond: Wie groß wird der Mond in Erdnähe wirklich?
Kurz erklärt
Ein Supermond ist ein Vollmond nahe dem Perigäum, dem erdnächsten Punkt der elliptischen Mondbahn. Er erscheint dann etwas größer und heller als ein Minimond, der Vollmond nahe dem erdfernsten Punkt, dem Apogäum. Wie stark der Effekt ausfällt, hängt davon ab, wie genau Vollmond und Perigäum zusammenfallen. Entfernung, Winkelgröße und die Kennzeichnung Supermond/Minimond zeigt dir Apphemeride.
Die elliptische Mondbahn: Perigäum und Apogäum
Der Mond umkreist die Erde nicht auf einem Kreis, sondern auf einer Ellipse. Im **Perigäum kommt er der Erde am nächsten, im Apogäum** ist er am weitesten entfernt. Von Perigäum zu Perigäum vergehen im Mittel rund 27,55 Tage – etwas weniger als die 29,53 Tage von Vollmond zu Vollmond.
Die Abstände sind nicht jeden Monat gleich. Die Anziehung der Sonne verformt die Mondbahn ständig. Besonders nahe Perigäen und besonders ferne Apogäen treten auf, wenn sie mit Neumond oder Vollmond zusammenfallen. Insgesamt bewegt sich der Mittelpunktsabstand zwischen etwa 356.000 und 407.000 Kilometern.
Weil Vollmond und Perigäum unterschiedlich schnell umlaufen, verschiebt sich ihr Zusammentreffen allmählich durch das Jahr. Etwa alle 14 Monate fällt ein Vollmond wieder besonders genau ins Perigäum. Supermonde treten daher in Gruppen von meist zwei bis vier aufeinanderfolgenden Vollmonden auf und wandern über die Jahre durch die Jahreszeiten.
Wie viel größer ist ein Supermond?
Die scheinbare Größe hängt direkt vom Abstand ab. Halbiert sich die Entfernung, verdoppelt sich der Durchmesser am Himmel.
Zwischen den beiden Extremen der Mondbahn erscheint ein Vollmond im Perigäum deshalb rund 14 Prozent größer im Durchmesser als einer im Apogäum. Weil die sichtbare Scheibe dabei in alle Richtungen wächst, nimmt ihre Fläche noch stärker zu: Der Supermond bedeckt etwa 30 Prozent mehr Himmelsfläche und schickt entsprechend mehr Licht zur Erde.
In Winkeln ausgedrückt: Der scheinbare Durchmesser des Mondes schwankt etwa zwischen 29,4 und 33,5 Bogenminuten. Zum Vergleich: Ein ausgestreckter kleiner Finger deckt rund ein Grad, also etwa doppelt so viel.
Die oft verwendete Angabe „14 Prozent größer“ beschreibt den Vergleich der beiden Extreme. Verglichen mit einem durchschnittlichen Vollmond ist ein Supermond nur rund 7 bis 8 Prozent größer.
Kann man den Unterschied sehen?
Mit bloßem Auge und ohne Vergleich ist ein Supermond kaum von einem normalen Vollmond zu unterscheiden. Unser Gehirn hat keinen Maßstab für die Größe einer Scheibe am leeren Himmel. Hinzu kommt die Mondtäuschung: Ein tief stehender Mond wirkt immer riesig, ob Supermond oder nicht.
Den Unterschied zeigt erst ein direkter Vergleich. Fotografiere einen Supermond und einige Monate später einen Minimond mit derselben Kamera und derselben Brennweite. Legst du beide Aufnahmen nebeneinander, ist der Größenunterschied deutlich. Etwas leichter wahrnehmbar ist die Helligkeit: Ein Supermond taucht eine Landschaft spürbar heller aus.
Eine messbare Folge hat die Erdnähe auch auf der Erde: Fällt ein Vollmond oder Neumond ins Perigäum, fallen die Gezeiten etwas stärker aus. Diese Springtiden in Erdnähe sind höher als gewöhnlich, aber keine Naturkatastrophe; Sturm und Wind haben an der Küste einen weit größeren Einfluss.
Begriff ohne feste Definition
„Supermond“ ist kein Fachbegriff der Astronomie, sondern ein populärer Name. Eine einheitliche Grenze gibt es nicht. Manche Definitionen sprechen von einem Supermond, wenn der Vollmond in den erdnächsten zehn Prozent seiner Bahn steht, andere setzen eine feste Entfernungsgrenze. Je nach Definition gibt es pro Jahr deshalb unterschiedlich viele Supermonde. Fachlich spricht man vom Perigäums-Vollmond oder, allgemeiner, von einer Perigäums-Syzygie, die auch einen Neumond in Erdnähe einschließt. Der Gegenbegriff Minimond beschreibt den Vollmond nahe dem Apogäum.
So beantwortet es Apphemeride
So beantwortet es Apphemeride
Ob der nächste Vollmond ein Supermond ist, siehst du in Apphemeride direkt: Die Karte Mondphasen auf der Objektseite des Mondes markiert Supermond / Minimond. Die Karte Mond zeigt Diagramme für Entfernung und Winkelgröße sowie Perigäum und Apogäum; die Karte Abstand zur Erde gibt die aktuelle Entfernung in zehn Einheiten an, darunter Kilometer und Mondabstände. Grundlage ist die Mondtheorie ELP2000-82. Die Datenkarten zum Mond sind kostenlos. Mit der Vollversion kommen die Ereignisse Mondperigäum und Mondapogäum in der Ereignisliste samt Erinnerung hinzu, und per Zeitreise springst du zu jedem anderen Datum. Die Ereignisliste zeigt dir die nächsten Perigäen: Monddaten auf der Objektseite.
Häufige Fragen
Wie oft gibt es einen Supermond?
Das hängt von der gewählten Definition ab. Weil das Zusammentreffen von Vollmond und Perigäum sich nur langsam verschiebt, gibt es meist mehrere Supermonde nacheinander, danach längere Zeit keinen. Pro Jahr kommen nach gängigen Definitionen typischerweise zwei bis vier Vollmonde zusammen, die als Supermond gelten.
Wie nah kommt der Mond der Erde?
Der Abstand der Mittelpunkte von Erde und Mond schwankt zwischen etwa 356.000 und 407.000 Kilometern. Die größte Annäherung tritt auf, wenn ein Perigäum mit Vollmond oder Neumond zusammenfällt. Von deinem Standort aus kann der Mond noch einige tausend Kilometer näher sein, wenn er hoch am Himmel steht, weil du dich dann auf der ihm zugewandten Erdseite befindest.
Ist ein Supermond heller?
Ja. Ein Vollmond im extremen Perigäum bedeckt rund 30 Prozent mehr Himmelsfläche als einer im extremen Apogäum und ist entsprechend heller. Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Vollmond ist der Gewinn geringer. Mit bloßem Auge fällt die Helligkeit eher auf als die Größe, vor allem in einer dunklen Landschaft.
Hat der Supermond Einfluss auf Menschen oder Erdbeben?
Belegt ist nur die Wirkung auf die Gezeiten, die in Erdnähe etwas stärker ausfallen. Für einen Einfluss auf Schlaf, Stimmung oder Erdbeben gibt es keine belastbaren Belege. Die Änderung der Gezeitenkraft ist gegenüber einem normalen Vollmond gering, und auf den menschlichen Körper wirkt sie praktisch nicht.
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