Planeten
Opposition, Konjunktion und Quadratur: die Stellungen der Planeten
Kurz erklärt
Opposition, Konjunktion und Quadratur beschreiben, wo ein Planet von der Erde aus gesehen relativ zur Sonne steht. In Opposition steht ein äußerer Planet der Sonne gegenüber und ist die ganze Nacht sichtbar, in Konjunktion steht er in ihrer Richtung und bleibt verborgen. Wann die nächsten Stellungen eintreten, zeigt dir Apphemeride in der Ereignisliste.
Stellungen relativ zur Sonne
Astronomen beschreiben die Lage eines Planeten mit wenigen festen Begriffen. Gemeint ist immer der Winkel zwischen Planet und Sonne, wie er von der Erde aus erscheint – genauer der Unterschied in der ekliptikalen Länge. Beträgt er 0°, steht der Planet in Konjunktion mit der Sonne. Bei 180° steht er in Opposition, bei 90° östlich oder westlich der Sonne in Quadratur.
Diese Stellungen sind Momentaufnahmen in einem wiederkehrenden Zyklus, der synodischen Periode. Sie entsteht, weil Erde und Planet unterschiedlich schnell um die Sonne laufen: Die Erde braucht ein Jahr, Mars knapp 1,9 Jahre, Jupiter fast 12 und Saturn rund 29,5 Jahre. Von Opposition zu Opposition vergehen deshalb bei Mars rund 780 Tage, bei Jupiter rund 399 und bei Saturn rund 378 Tage. Je langsamer ein Planet, desto näher liegt seine synodische Periode an einem Jahr.
Dieselben Begriffe gelten auch für den Mond. Bei Neumond steht er in Konjunktion mit der Sonne, bei Vollmond in Opposition, im Ersten und Letzten Viertel nahezu in Quadratur. Am Mond kannst du deshalb jeden Monat nachvollziehen, was die Stellungen für die Beleuchtung bedeuten: In Opposition sehen wir die voll beleuchtete Seite, in Konjunktion die Nachtseite.
Welche Stellungen überhaupt möglich sind, hängt davon ab, ob ein Planet außerhalb oder innerhalb der Erdbahn kreist.
Äußere Planeten: Opposition, Quadratur, Konjunktion
Für Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun ist die Opposition die wichtigste Stellung. Die Erde steht dann zwischen Sonne und Planet. Daraus folgt dreierlei: Der Planet ist der Erde so nah wie in diesem Zyklus überhaupt möglich, er erscheint deshalb am größten und hellsten, und er steht die ganze Nacht über dem Horizont. Er geht bei Sonnenuntergang auf und kulminiert um Mitternacht wahrer Ortszeit.
Bei Mars fallen die Unterschiede besonders groß aus, weil seine Bahn deutlich elliptisch ist. Liegt eine Opposition nahe seinem Perihel, trennen ihn nur rund 56 Millionen Kilometer von der Erde; bei einer Opposition nahe dem Aphel sind es um 100 Millionen Kilometer. Sein scheinbarer Durchmesser schwankt entsprechend zwischen etwa 14 und 25 Bogensekunden. Saturn wird um die Opposition zusätzlich durch den Oppositionseffekt seiner Ringe heller: Die Eisteilchen verdecken dann ihre eigenen Schatten.
Der Termin selbst ist dabei weniger wichtig, als es scheint. Ein äußerer Planet bleibt viele Wochen vor und nach der Opposition ein gutes Ziel; nur seine Aufgangszeit verschiebt sich, und er steht dann eher am Abend- oder am Morgenhimmel.
In der östlichen Quadratur steht der Planet 90° östlich der Sonne. Er kulminiert ungefähr bei Sonnenuntergang und ist ein Objekt für den Abendhimmel. In der westlichen Quadratur ist es umgekehrt: Er steht morgens bei Sonnenaufgang am höchsten. Um die Quadratur zeigt Mars einen deutlichen Phasendefekt – er wirkt nicht ganz rund, ähnlich wie der Mond wenige Tage vor oder nach Vollmond.
Die Konjunktion mit der Sonne ist die ungünstigste Stellung: Der Planet steht jenseits der Sonne, ist maximal weit entfernt und für einige Wochen im Sonnenlicht verborgen.
Innere Planeten: obere und untere Konjunktion
Merkur und Venus können nie in Opposition oder Quadratur stehen, denn sie entfernen sich höchstens etwa 28° beziehungsweise 47° von der Sonne. Dafür kennen sie zwei Arten von Konjunktion.
Bei der oberen Konjunktion steht der Planet jenseits der Sonne, weit von der Erde entfernt. Er wendet uns seine voll beleuchtete Seite zu, ist aber im Sonnenlicht nicht zu beobachten. Bei der unteren Konjunktion zieht er zwischen Erde und Sonne hindurch. Venus kommt der Erde dann bis auf rund 40 Millionen Kilometer nahe und zeigt uns ihre Nachtseite. Weil die Bahnen von Merkur und Venus gegen die Ekliptik geneigt sind, passieren sie die Sonne meist ober- oder unterhalb. Nur wenn eine untere Konjunktion nahe einem Bahnknoten stattfindet, zieht der Planet sichtbar vor der Sonnenscheibe vorbei – ein Transit.
Zwischen den beiden Konjunktionen erreichen die inneren Planeten ihre größte östliche und westliche Elongation. Das sind die besten Zeiten, sie als Abend- oder Morgenstern zu beobachten.
Konjunktionen zwischen Mond und Planeten
Im Alltag meint „Konjunktion“ oft etwas anderes: zwei Himmelskörper, die sich am Himmel scheinbar nahekommen. Astronomisch stehen sie in Konjunktion, wenn sie dieselbe ekliptikale Länge oder – je nach Konvention – dieselbe Rektaszension haben. Der kleinste Abstand wird häufig einige Stunden davor oder danach erreicht.
Solche Begegnungen sind reine Perspektive. Wenn Venus und Jupiter scheinbar nur ein halbes Grad trennt, liegen zwischen ihnen in Wirklichkeit Hunderte Millionen Kilometer. Besonders häufig sind Mondkonjunktionen: Der Mond durchläuft die Ekliptik in rund 27,3 Tagen und zieht dabei Monat für Monat an jedem Planeten vorbei. Läuft er direkt über einen Planeten hinweg, kommt es zu einer Mondbedeckung. Enge Begegnungen zweier Planeten sind seltener; Jupiter und Saturn etwa treffen sich nur rund alle 20 Jahre.
So beantwortet es Apphemeride
So beantwortet es Apphemeride
Wann der nächste Planet in Opposition steht, musst du nicht selbst herausfinden: Apphemeride findet diese Stellungen automatisch. In der Ereignisliste erscheinen die Ereignisarten „Opposition“, „Konjunktion“, „Obere Konjunktion“, „Untere Konjunktion“, „Östliche Quadratur“ und „Westliche Quadratur“, dazu „Planetenkonjunktion“, „Mondkonjunktion“ und „Mondbedeckung“. Die Vorschau reicht von einer Woche bis zu zwei Jahren. Jedes Ereignisdetail sagt dir, wann es stattfindet, wohin du schauen musst, welche Ausrüstung du brauchst und warum es sich lohnt – mit einer Mini-Himmelskarte samt Zeitregler. Auf Wunsch erinnert dich die App zum Zeitpunkt oder bis zu eine Woche vorher. Ereignisse und Planetendaten gehören zur Vollversion. Alle Details zu den Himmelsereignissen in Apphemeride.
Häufige Fragen
Was bedeutet Opposition bei einem Planeten?
In Opposition steht ein äußerer Planet von der Erde aus gesehen der Sonne genau gegenüber. Die Erde befindet sich dann zwischen Sonne und Planet. Der Planet ist der Erde besonders nah, erscheint hell und groß, geht bei Sonnenuntergang auf und ist die ganze Nacht zu sehen. Für Mars, Jupiter und Saturn ist das die beste Beobachtungszeit.
Was ist der Unterschied zwischen Konjunktion und Opposition?
Bei einer Konjunktion mit der Sonne steht ein Planet in derselben Richtung wie die Sonne und ist unsichtbar. Bei einer Opposition steht er genau auf der gegenüberliegenden Seite des Himmels und ist die ganze Nacht sichtbar. Zwischen den beiden Stellungen liegt jeweils eine halbe synodische Periode. Merkur und Venus kennen nur Konjunktionen, keine Opposition.
Kann Venus in Opposition stehen?
Nein. Venus und Merkur kreisen innerhalb der Erdbahn und entfernen sich von der Erde aus gesehen nie weiter als etwa 47° beziehungsweise 28° von der Sonne. Eine Stellung gegenüber der Sonne ist für sie geometrisch unmöglich. Stattdessen durchlaufen sie eine obere und eine untere Konjunktion und dazwischen ihre größten Elongationen.
Wann ist Mars am besten zu sehen?
Am besten in den Wochen um seine Opposition, die etwa alle 26 Monate stattfindet. Dann ist Mars die ganze Nacht sichtbar, besonders hell und erscheint im Teleskop am größten. Wie günstig eine Opposition ist, hängt von Mars’ Abstand zur Sonne ab: Nahe seinem Perihel kommt er der Erde deutlich näher als nahe dem Aphel.
Was ist eine Quadratur?
In Quadratur steht ein Planet von der Erde aus gesehen 90° östlich oder westlich der Sonne. In östlicher Quadratur steht er bei Sonnenuntergang am höchsten und ist ein Objekt des Abendhimmels, in westlicher Quadratur kulminiert er bei Sonnenaufgang. Quadraturen sind nur für äußere Planeten und den Mond möglich.
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