Planeten
Welche Planeten sind heute am Himmel sichtbar?
Kurz erklärt
Mit bloßem Auge siehst du fünf Planeten: Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn. Ob einer heute sichtbar ist, entscheidet vor allem sein Winkelabstand zur Sonne: Merkur und Venus zeigen sich nur in der Dämmerung, die äußeren Planeten um ihre Opposition die ganze Nacht. Welche Planeten in deiner Nacht hoch genug stehen, fasst dir Apphemeride im „Ausblick auf heute Nacht“ zusammen.
Fünf Planeten für das bloße Auge
Von den acht Planeten des Sonnensystems kannst du fünf ohne Hilfsmittel sehen: Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn. Schon in der Antike hießen sie „Wandelsterne“, weil sie ihre Position vor den Fixsternen von Woche zu Woche verändern. Das griechische Wort planētēs bedeutet genau das: Wanderer.
Am auffälligsten ist Venus. Mit einer Helligkeit von bis zu etwa −4,6 mag ist sie nach Sonne und Mond das hellste Objekt am Himmel und wird häufig für ein Flugzeuglicht gehalten. Jupiter erreicht bis zu rund −2,9 mag und leuchtet ruhig und cremeweiß. Mars schwankt am stärksten: Nahe der Opposition kann er ebenfalls bis zu rund −2,9 mag hell werden, auf der anderen Seite der Sonne sinkt er auf etwa +1,8 mag ab. Seine rötliche Farbe macht ihn trotzdem gut erkennbar. Saturn ist mit Werten um 0 bis +1 mag unauffälliger, aber gelblich und ruhig. Merkur kann zwar heller als −1 mag werden, steht aber immer nahe der Sonne und damit tief in der Dämmerung.
Uranus liegt mit rund 5,7 mag an der Grenze des Sichtbaren und ist nur unter sehr dunklem Himmel mit genauer Positionsangabe zu finden. Neptun ist mit etwa 7,8 mag zu schwach für das bloße Auge; ein Fernglas zeigt ihn als unscheinbaren Lichtpunkt.
Der Winkelabstand zur Sonne entscheidet
Ob ein Planet heute Abend zu sehen ist, hängt vor allem von seiner Elongation ab, also vom Winkel zwischen Planet und Sonne, von der Erde aus betrachtet. Steht ein Planet nur wenige Grad neben der Sonne, geht er im Tageslicht unter. Mit wachsendem Abstand löst er sich aus der Dämmerung.
Merkur und Venus kreisen innerhalb der Erdbahn. Sie entfernen sich deshalb nie weit von der Sonne: Merkur höchstens etwa 28°, Venus etwa 47°. Steht einer von beiden östlich der Sonne, siehst du ihn nach Sonnenuntergang im Westen als Abendstern. Westlich der Sonne erscheint er vor Sonnenaufgang im Osten als Morgenstern. Mitten in der Nacht sind die inneren Planeten nie zu sehen.
Mars, Jupiter und Saturn bewegen sich außerhalb der Erdbahn und können jeden Winkelabstand zur Sonne einnehmen. Am günstigsten ist die Opposition: Der Planet steht der Sonne gegenüber, geht bei Sonnenuntergang auf, steht um Mitternacht wahrer Ortszeit am höchsten und ist die ganze Nacht sichtbar. Weil die Erde die äußeren Planeten auf ihrer Innenbahn immer wieder einholt, wiederholt sich die Opposition regelmäßig: bei Saturn alle rund 378 Tage, bei Jupiter alle rund 399 Tage, bei Mars nur alle rund 780 Tage. Um die Konjunktion mit der Sonne herum bleibt ein Planet dagegen mehrere Wochen unsichtbar.
Hilfreich ist auch: Alle Planeten bewegen sich nahe der Ekliptik, der scheinbaren Jahresbahn der Sonne. Wenn du weißt, wo die Sonne untergegangen ist und wo der Mond steht, kennst du ungefähr die Linie, auf der du nach Planeten suchen musst.
Planeten von Sternen unterscheiden
Ein heller Lichtpunkt am Abendhimmel ist nicht automatisch ein Planet. Drei Merkmale helfen dir bei der Unterscheidung.
Erstens funkeln Planeten kaum. Sterne sind so weit entfernt, dass sie selbst im großen Teleskop praktisch punktförmig bleiben. Die Luftunruhe lenkt ihr Licht ständig ab; sie flackern und wechseln manchmal sogar die Farbe. Planeten zeigen dagegen ein winziges Scheibchen – Jupiter etwa 30 bis 50 Bogensekunden, Venus je nach Abstand 10 bis gut 60 Bogensekunden. Die Störungen mitteln sich über diese Fläche, das Licht wirkt ruhig. Nur dicht über dem Horizont funkeln auch Planeten.
Zweitens stehen Planeten in der Nähe der Ekliptik, also in den Tierkreissternbildern. Ein auffällig heller Punkt hoch im Norden ist in mittleren nördlichen Breiten kein Planet.
Drittens verändern Planeten ihre Position. Über einige Tage oder Wochen verschieben sie sich deutlich gegenüber den Sternen in ihrer Umgebung. Ein Foto im Abstand einiger Tage oder der Vergleich mit einer Himmelskarte zeigt die Bewegung.
Schon ein Fernglas mit 7- bis 10-facher Vergrößerung macht den Unterschied sichtbar: Jupiter erscheint als kleines Scheibchen mit bis zu vier Begleitern, seinen hellsten Monden. Venus zeigt sich als schmale Sichel, wenn sie der Erde nahe steht.
Den besten Zeitpunkt finden
Für eine gute Beobachtung zählt die Höhe über dem Horizont. In Horizontnähe durchquert das Licht ein Vielfaches an Luftmasse: Es wird geschwächt, gerötet und vom Flimmern der Atmosphäre verwischt. Ab etwa 10° Höhe ist ein heller Planet meist gut zu erkennen, für Details im Teleskop sind 30° und mehr deutlich besser. Am höchsten steht jeder Planet bei seiner Kulmination, wenn er den Meridian überquert – in mittleren nördlichen Breiten im Süden.
Ebenso wichtig ist der Himmelshintergrund. Venus und Jupiter findest du schon in der bürgerlichen Dämmerung, Saturn meist etwas später. Merkur steht dagegen so nah an der Sonne, dass dir oft nur ein Fenster von 30 bis 60 Minuten bleibt, bevor er im Horizontdunst versinkt.
Plane deshalb mit drei Fragen: Steht der Planet weit genug von der Sonne entfernt? Ist er während der Dunkelheit hoch genug? Und wie hell ist der Mond? Den hellen Planeten schadet Mondlicht kaum, lichtschwache Ziele wie Uranus kann es aber überstrahlen. Mit freier Sicht nach Westen oder Osten und klarer Luft findest du die hellen Planeten an vielen Abenden des Jahres – nur selten alle gleichzeitig.
So beantwortet es Apphemeride
So beantwortet es Apphemeride
Welche Planeten du heute Nacht sehen kannst, beantwortet Apphemeride auf einen Blick. In der Übersicht fasst die Karte „Ausblick auf heute Nacht“ deine Beobachtungsnacht zusammen: Beginn und Ende der Dunkelheit, Mondaufgang und -untergang, Mondbeleuchtung, störendes Mondlicht und alle Planeten, die während der Dunkelheit höher als 10° steigen. Daneben zeigt das Sichtbarkeitsdiagramm „Jetzt am Himmel“ den Verlauf deiner Objekte über die Nacht. „Heute Nacht“ reicht dabei von jetzt bis zur oberen Kulmination der Sonne am Folgetag und funktioniert deshalb auch in Polarnacht und Polartag. Auf jeder Planetenseite findest du zusätzlich die Karten „Elongation“ und „Horizontverlauf“. Die Planeten und der Ausblick gehören zur Vollversion; Sonne und Mond sind dauerhaft kostenlos. Mehr zur Übersicht für heute Nacht.
Häufige Fragen
Welcher Planet leuchtet so hell am Abendhimmel?
Meist ist es Venus. Sie steht nach Sonnenuntergang im Westen, ist heller als jeder Stern und funkelt kaum. Siehst du spät am Abend einen sehr hellen, ruhigen Punkt hoch im Süden oder Osten, ist es wahrscheinlich Jupiter. Ein deutlich rötlicher, heller Punkt ist Mars, besonders in den Wochen um seine Opposition. Saturn ist schwächer und wirkt leicht gelblich.
Was ist der Abendstern?
„Abendstern“ ist der traditionelle Name für Venus, wenn sie östlich der Sonne steht und nach Sonnenuntergang am Westhimmel leuchtet. Ein Stern ist sie nicht, sondern ein Planet, der das Sonnenlicht reflektiert. Steht Venus westlich der Sonne, geht sie vor ihr auf und wird zum Morgenstern. Gelegentlich wird auch Merkur in der Abenddämmerung so bezeichnet.
Kann man Uranus und Neptun mit bloßem Auge sehen?
Uranus liegt mit rund 5,7 mag knapp an der Sichtbarkeitsgrenze. Unter sehr dunklem Himmel und mit genauer Positionsangabe kannst du ihn mit bloßem Auge erahnen, im Fernglas ist er leicht zu finden. Neptun ist mit etwa 7,8 mag zu schwach für das bloße Auge. Ein Fernglas zeigt ihn als sternartigen Punkt, erst im Teleskop wird er als winziges bläuliches Scheibchen erkennbar.
Warum sieht man nicht jeden Abend alle Planeten?
Jeder Planet läuft mit eigener Geschwindigkeit um die Sonne. Von der Erde aus wechselt er deshalb zwischen Abendhimmel, ganznächtiger Sichtbarkeit, Morgenhimmel und einer Phase nahe der Sonne, in der er im Tageslicht verschwindet. Merkur und Venus stehen nie mitten in der Nacht am Himmel. Dass alle fünf hellen Planeten zugleich gut sichtbar sind, kommt deshalb nur selten vor.
Wie unterscheide ich einen Planeten von einem Stern?
Planeten funkeln kaum, weil sie ein kleines Scheibchen zeigen und die Luftunruhe sich darüber ausgleicht. Sie stehen immer nahe der Ekliptik, also in den Tierkreissternbildern, und verschieben sich innerhalb weniger Tage gegenüber den Sternen. Im Fernglas wird der Unterschied deutlich: Jupiter zeigt eine Scheibe und Monde, ein Stern bleibt ein Punkt.
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