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Planeten

Größte Elongation: wann Merkur und Venus am besten zu sehen sind

Kurz erklärt

Die größte Elongation ist der Moment, in dem Merkur oder Venus von der Erde aus gesehen am weitesten von der Sonne abrücken. Östlich der Sonne stehen sie dann am Abendhimmel, westlich am Morgenhimmel. Wie gut du sie siehst, hängt zusätzlich vom Winkel der Ekliptik zum Horizont ab. Die Termine und den aktuellen Winkelabstand zeigt dir Apphemeride.

Warum Merkur und Venus nie weit von der Sonne stehen

Merkur und Venus umrunden die Sonne innerhalb der Erdbahn. Von der Erde aus betrachtet pendeln sie deshalb wie an einer unsichtbaren Leine um die Sonne: Mal stehen sie östlich, mal westlich von ihr, aber nie auf der gegenüberliegenden Seite des Himmels. Den Winkel zwischen Planet und Sonne nennt man Elongation. Ihr Maximum ist erreicht, wenn die Sichtlinie von der Erde die Planetenbahn gerade streift.

Wie groß dieses Maximum ist, hängt davon ab, wie eng der Planet die Sonne umkreist: Je kleiner seine Bahn im Vergleich zur Erdbahn, desto dichter bleibt er am Himmel bei der Sonne. Venus läuft auf knapp drei Vierteln des Erdbahnradius und rückt deshalb etwa halb so weit von der Sonne ab wie ein Planet in Quadratur. Merkur umkreist die Sonne auf nicht einmal der Hälfte dieser Strecke und bleibt entsprechend nah bei ihr.

In der Praxis weichen die Werte ab, weil die Bahnen elliptisch sind. Venus läuft auf einer fast kreisförmigen Bahn; ihre größte Elongation liegt stets zwischen etwa 45 und 47°. Merkurs Bahn ist dagegen deutlich exzentrisch: Im Perihel ist er rund 46 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt, im Aphel rund 70 Millionen. Je nachdem, wo auf seiner Bahn die größte Elongation stattfindet, beträgt sie nur etwa 18° oder bis zu knapp 28°.

Östliche und westliche Elongation

Steht der Planet östlich der Sonne, spricht man von östlicher Elongation. Er geht nach der Sonne unter und ist am Abendhimmel im Westen zu sehen – Venus ist dann der „Abendstern“. Bei westlicher Elongation steht er westlich der Sonne, geht vor ihr auf und erscheint als „Morgenstern“ im Osten.

Der Wechsel folgt der synodischen Periode, dem Zyklus von einer unteren Konjunktion zur nächsten. Merkur durchläuft ihn in rund 116 Tagen und hat deshalb pro Jahr etwa drei Abend- und drei Morgensichtbarkeiten. Venus braucht rund 584 Tage; eine ihrer Sichtbarkeitsphasen am Abend- oder Morgenhimmel dauert viele Monate.

Bei der größten Elongation zeigen beide Planeten im Teleskop ungefähr eine Halbphase, ähnlich dem Mond im Viertel. Am hellsten wird Venus allerdings nicht dann, sondern rund fünf Wochen vor beziehungsweise nach der unteren Konjunktion. In diesem „größten Glanz“ ist sie zwar nur noch als breite Sichel beleuchtet, steht der Erde aber deutlich näher.

Genaue Beobachter stellen bei Venus noch eine Besonderheit fest: Die exakte Halbphase, die Dichotomie, tritt oft einige Tage früher oder später ein, als die Geometrie erwarten lässt. Dieser Schröter-Effekt, benannt nach dem Astronomen Johann Hieronymus Schröter, geht auf die dichte Venusatmosphäre und den weichen Übergang zwischen Tag- und Nachtseite zurück.

Die Neigung der Ekliptik entscheidet

Eine große Elongation garantiert noch keine gute Sichtbarkeit. Entscheidend ist, wie hoch der Planet am Ende der Dämmerung über dem Horizont steht, und das hängt vom Winkel ab, unter dem die Ekliptik den Horizont schneidet.

In mittleren nördlichen Breiten steht die Ekliptik an Frühlingsabenden steil über dem Westhorizont. Ein Planet östlich der Sonne liegt dann fast senkrecht über dem Sonnenuntergangspunkt und erreicht in der Dämmerung eine gute Höhe. Im Herbst verläuft die Ekliptik abends flach; derselbe Winkelabstand liegt dann großenteils seitlich neben der Sonne, nahe am Horizont. Am Morgenhimmel ist es umgekehrt: Westliche Elongationen sind im Herbst günstig, im Frühling ungünstig.

Gerade bei Merkur macht das den Unterschied. Eine Abendsichtbarkeit im Frühjahr mit nur 18° Elongation kann besser sein als eine herbstliche mit 27°. Auf der Südhalbkugel gelten die Jahreszeiten genau umgekehrt. Auch die geografische Breite spielt mit: Je weiter nördlich du beobachtest, desto flacher verläuft die Ekliptik in der ungünstigen Jahreszeit und desto kürzer wird das Beobachtungsfenster. In Äquatornähe steht die Ekliptik dagegen das ganze Jahr über recht steil, und Merkur ist dort deutlich leichter zu finden.

Merkur in der Praxis finden

Merkur gilt als schwierigster der hellen Planeten, weil er nie in einen wirklich dunklen Himmel aufsteigt. Bei einer günstigen Abendsichtbarkeit suchst du ihn etwa 30 bis 60 Minuten nach Sonnenuntergang knapp über dem Westhorizont, ungefähr über der Stelle, an der die Sonne untergegangen ist. Ein freier Horizont ist Voraussetzung.

Ein Fernglas hilft, den Planeten im Dämmerungslicht zu entdecken. Setze es aber erst ein, wenn die Sonne vollständig untergegangen ist, und richte es nie in ihre Nähe. Morgens gilt dasselbe in umgekehrter Reihenfolge: Beende die Suche, bevor die Sonne aufgeht.

Am Abendhimmel ist Merkur zu Beginn seiner Sichtbarkeit am hellsten, wenn er noch fast voll beleuchtet ist. Zur größten Elongation hin wird er schwächer, danach sinkt er rasch dem Horizont entgegen. Die günstigsten Abende liegen deshalb oft kurz vor der größten Elongation.

Venus ist dagegen leicht zu finden. Bei großer Elongation steht sie oft mehrere Stunden nach Sonnenuntergang am Himmel und ist so hell, dass du sie bei klarer Luft sogar am Taghimmel entdecken kannst, wenn du genau weißt, wo du suchen musst.

So beantwortet es Apphemeride

So beantwortet es Apphemeride

Wann sich Merkur oder Venus am besten zeigen, beantwortet Apphemeride mit Ereignis und Objektseite zugleich. Die App meldet beide Wendepunkte als eigene Ereignisarten: „Größte östliche Elongation“ und „Größte westliche Elongation“, ergänzt um „Obere Konjunktion“ und „Untere Konjunktion“. Auf der Objektseite von Merkur oder Venus zeigt die Karte „Elongation“ den aktuellen Winkelabstand zur Sonne. Der Horizontverlauf mit Höhendiagramm verrät dir, wie hoch der Planet in der Dämmerung steht, und die Karte „Lichtverhältnisse“ liefert bürgerliche, nautische und astronomische Dämmerung für deinen Ort. Über den Phasenwinkel siehst du, wie weit die Planetenscheibe beleuchtet ist. Planeten und Ereignisse gehören zur Vollversion. Mehr zu den Himmelsereignissen mit Erinnerung.

Apphemeride auf dem iPhone mit Ereignissen zur größten östlichen und westlichen Elongation von Merkur und Venus
Größte Elongationen meldet die App als eigene Ereignisse mit Blickrichtung und Ausrüstungshinweis.

Häufige Fragen

Wann ist Merkur am besten zu sehen?

Um seine größte Elongation, wenn diese in eine günstige Jahreszeit fällt. In mittleren nördlichen Breiten sind das Abendsichtbarkeiten im Frühjahr und Morgensichtbarkeiten im Herbst, weil die Ekliptik dann steil zum Horizont steht. Suche Merkur etwa 30 bis 60 Minuten nach Sonnenuntergang beziehungsweise vor Sonnenaufgang tief über dem Horizont, idealerweise mit freier Sicht.

Warum steht Venus nie um Mitternacht am Himmel?

Venus kreist innerhalb der Erdbahn und entfernt sich von der Erde aus gesehen höchstens etwa 47° von der Sonne. Um Mitternacht steht die Sonne tief unter dem Horizont, und mit ihr bleibt auch Venus darunter. Sie ist deshalb nur am Abend nach Sonnenuntergang oder am Morgen vor Sonnenaufgang zu sehen, je nach Seite der Sonne.

Was bedeutet größte östliche Elongation?

Bei der größten östlichen Elongation steht Merkur oder Venus am weitesten östlich der Sonne. Der Planet geht dann möglichst lange nach der Sonne unter und ist am Abendhimmel im Westen zu sehen. Das Gegenstück ist die größte westliche Elongation, bei der der Planet vor Sonnenaufgang im Osten erscheint.

Wie groß ist die größte Elongation von Venus?

Rund 45 bis 47°. Weil die Venusbahn nahezu kreisförmig ist, schwankt der Wert nur wenig. Bei Merkur ist die Spanne mit etwa 18 bis 28° viel größer, denn seine Bahn ist deutlich elliptisch. Dass Venus so weit von der Sonne abrückt, macht sie zum auffälligsten Abend- und Morgenstern.

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