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Sonne & Tageslicht

Tageslänge: Wie lange ist es heute hell?

Kurz erklärt

Die Tageslänge ist die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Sie hängt von deiner geografischen Breite und der Jahreszeit ab, weil die schräge Erdachse den Tagbogen der Sonne im Sommer verlängert und im Winter verkürzt – je weiter vom Äquator, desto stärker. Auf- und Untergang für deinen Standort zeigt dir Apphemeride kostenlos.

Warum die Tage unterschiedlich lang sind

Die Erdachse steht um rund 23,4° schräg zur Ebene, in der die Erde die Sonne umläuft. Im Nordsommer ist die Nordhalbkugel der Sonne zugeneigt: Ein Ort im Norden verbringt dann den größeren Teil einer Erdumdrehung auf der beleuchteten Seite. Im Winter ist es umgekehrt.

Am Himmel siehst du das an der **Deklination** der Sonne, ihrem Winkelabstand vom Himmelsäquator. Ist sie positiv, liegt mehr als die Hälfte ihres täglichen Kreises über deinem Horizont, der Tag ist länger als die Nacht. Ist sie negativ, liegt weniger als die Hälfte darüber.

Am Äquator schneidet der Horizont jeden Tageskreis genau in der Mitte. Dort ist der Tag das ganze Jahr über rund 12 Stunden lang. Je weiter du dich polwärts bewegst, desto schiefer liegen die Tageskreise zum Horizont, desto stärker wirkt die Deklination – bis jenseits der Polarkreise ganze Tageskreise über oder unter dem Horizont liegen.

Was die Tageslänge im Detail bestimmt

Drei Dinge legen fest, wie lang ein Tag an deinem Ort ist. Die Deklination der Sonne entscheidet, welcher Anteil ihres Tageskreises über dem Horizont liegt. Die geografische Breite bestimmt, wie stark sich dieser Anteil mit der Jahreszeit verändert: In Mitteleuropa reicht die Spanne von rund acht Stunden um den 21. Dezember bis über sechzehn Stunden um den 21. Juni, am Äquator bleibt sie fast konstant. Und schließlich die Definition von Auf- und Untergang: Weil der obere Sonnenrand zählt und die Refraktion die Sonne anhebt, beginnt jeder Tag etwas früher und endet etwas später, als es die reine Geometrie erwarten lässt.

Die geografische Länge spielt für die Tageslänge dagegen keine Rolle. Sie verschiebt Auf- und Untergang innerhalb einer Zeitzone gemeinsam, die Dauer dazwischen bleibt gleich. Ein freier, tief liegender Horizont – etwa auf einem Berg oder am Meer – verlängert den erlebten Tag zusätzlich um die Kimmtiefe.

Warum der Tag an der Tagundnachtgleiche länger als 12 Stunden ist

Der Name verspricht „gleiche“ Tage und Nächte, die Wirklichkeit sieht anders aus: In Mitteleuropa ist der Tag an den Tagundnachtgleichen rund zehn Minuten länger als zwölf Stunden. Der Grund liegt in der Definition. Weil Auf- und Untergang am oberen Sonnenrand gemessen werden und die Refraktion die Sonne anhebt, gewinnt der Tag morgens und abends jeweils einige Minuten.

Der Tag, an dem Tag und Nacht tatsächlich gleich lang sind, liegt in mittleren Breiten einige Tage vor der Frühlings- und einige Tage nach der Herbst-Tagundnachtgleiche. Für diesen Tag gibt es sogar einen eigenen Begriff: **Äquilux**.

Wie schnell die Tage länger und kürzer werden

Die Tageslänge ändert sich nicht gleichmäßig. Um die Sonnenwenden bleibt die Deklination der Sonne wochenlang nahezu gleich, die Tage ändern sich nur um Sekunden. Um die Tagundnachtgleichen ändert sich die Deklination am schnellsten, um rund 0,4° pro Tag.

In Mitteleuropa wird im März und September jeder Tag fast 4 Minuten länger bzw. kürzer – innerhalb einer Woche macht das mehr als eine Viertelstunde aus. In Skandinavien sind es zur selben Zeit 5 bis 6 Minuten, jenseits des Polarkreises noch mehr. Diese Beschleunigung spürst du im Frühjahr deutlich: Die Abende werden plötzlich spürbar heller.

Das Muster ist leicht zu merken: Nach der Wintersonnenwende wächst der Tag zunächst kaum, dann immer schneller, am schnellsten um die Tagundnachtgleiche im März, und danach wieder langsamer, bis er zur Sommersonnenwende stillsteht. Als Zwölftelregel ist dieses Auf und Ab seit Langem bekannt – sie beschreibt das Muster gut, ersetzt aber keine genaue Angabe.

Tageslänge in Deutschland und Europa

Innerhalb Deutschlands ist der Unterschied größer, als viele denken. Um die Sommersonnenwende ist der Tag in München rund 16 Stunden lang, in Flensburg über 17 Stunden. Im Dezember ist es umgekehrt: München hat dann gut 8¼ Stunden Tag, Flensburg gut 7 Stunden. Ein Wochenende an der Ostsee im Dezember bringt also gut eine Stunde weniger Tageslicht als in den Alpen.

In Rom liegt die Spannweite bei etwa 9 bis 15 Stunden, in Oslo bei rund 6 bis 19 Stunden. Jenseits des Polarkreises gibt es Tage ohne Sonnenuntergang und Tage ohne Sonnenaufgang.

Beachte zudem: Die Tageslänge ist nicht die Zeit, in der es hell ist. Mit der bürgerlichen Dämmerung kommen morgens und abends jeweils noch etwa eine halbe bis knapp eine Stunde nutzbares Licht dazu.

Übers Jahr betrachtet gleicht sich übrigens nicht alles aus: Weil Refraktion und Sonnenradius jeden Tag ein paar Minuten zum Tag hinzufügen, liegt an praktisch jedem Ort der Erde die Sonne in der Summe etwas mehr als die Hälfte des Jahres über dem Horizont. In mittleren Breiten kommen so pro Jahr gut 70 Stunden Sonne über dem Horizont zusammen, die es ohne Atmosphäre nicht gäbe.

So beantwortet es Apphemeride

So beantwortet es Apphemeride

Wie lang der Tag heute an deinem Ort ist, zeigt Apphemeride auf der Objektseite der Sonne: Die Karte „Aufgang / Kulmination / Untergang“ liefert die genauen Zeiten, die den Tag begrenzen, berechnet mit Newton-Raphson-Verfeinerung für deinen Standort. Das 24-h-Sichtbarkeitsband in der Karte „Horizontverlauf“ zeigt anschaulich, welcher Teil des Tages über dem Horizont liegt. Die Karte „Lichtverhältnisse“ ergänzt die Dämmerungsphasen, also das zusätzliche nutzbare Licht. Die Sonne ist kostenlos. Für Tage in der Zukunft oder Vergangenheit und für andere Orte nutzt du die Zeitreise und den manuellen Standort der Vollversion; mit der Beobachterhöhe berücksichtigst du zusätzlich die Kimmtiefe. Mehr dazu auf der Seite Objektseiten in Apphemeride.

Karte „Horizontverlauf“ der Sonne in Apphemeride mit 24-h-Sichtbarkeitsband und Höhendiagramm
Das Sichtbarkeitsband zeigt auf einen Blick, wie viel des Tages die Sonne über dem Horizont steht.

Häufige Fragen

Wann ist der längste Tag des Jahres?

Auf der Nordhalbkugel ist der längste Tag um die Sommersonnenwende, also um den 20. oder 21. Juni. Der kürzeste Tag liegt um den 21. oder 22. Dezember. Auf der Südhalbkugel ist es genau umgekehrt. Weil sich die Tageslänge um die Sonnenwenden nur um Sekunden ändert, fühlen sich mehrere Tage gleich lang an.

Um wie viele Minuten werden die Tage im Frühling länger?

In Deutschland nimmt die Tageslänge um die Tagundnachtgleiche Ende März um etwa 3½ bis 4½ Minuten pro Tag zu, im Norden mehr als im Süden. Anfang Januar sind es nur 1 bis 2 Minuten, um die Sonnenwende im Juni nur noch Sekunden. Im Herbst gilt dasselbe in umgekehrter Richtung.

Ist der Tag an der Tagundnachtgleiche genau 12 Stunden lang?

Nein, er ist einige Minuten länger, in Deutschland etwa 12 Stunden 10 Minuten. Grund sind die Definition des Sonnenaufgangs am oberen Sonnenrand und die Lichtbrechung der Atmosphäre. Tag und Nacht sind ein paar Tage vor dem Frühlings- und nach dem Herbstanfang gleich lang.

Wo ist der Tag immer 12 Stunden lang?

Am Äquator. Dort schneidet der Horizont jeden Tageskreis der Sonne in der Mitte, sodass Tag und Nacht das ganze Jahr nahezu gleich lang sind. Durch Refraktion und Sonnenradius ist der Tag dort rund 12 Stunden 7 Minuten lang, mit nur geringen Schwankungen.

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